Produktionsstart im VW-Werk VW Tiguan made in Osnabrück

Endkontrolle: Alexander Ott von VW-Osnabrück bei der Arbeit am vierten, offiziell in diesem Werk gebauten VW Tiguan. Foto: Michael GründelEndkontrolle: Alexander Ott von VW-Osnabrück bei der Arbeit am vierten, offiziell in diesem Werk gebauten VW Tiguan. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Im VW-Werk in Osnabrück hat am Montag offiziell die Montage des VW Tiguan begonnen. Gebaut wird die erste Generation des Fahrzeuges, das seit 2007 weltweit in mehr als 2.64 Millionen Exemplaren vom Band lief.

Der Volkswagen-Konzern investierte in den Aufbau der Fertigung für dieses Fahrzeug nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro in diesen Standort, sein jüngstes Werk in Deutschland.

Vorläufig geplant ist eine Produktion von 80 Tiguan pro Tag. Diese Zahl soll bis zum Herbst erheblich gesteigert werden, sodass schließlich rund 5000 der SUVs pro Monat in Osnabrück gefertigt werden.

Dreischichtbetrieb

Dafür ist eine Produktionsausweitung notwendig, die erstmals seit Bestehen der Volkswagen Osnabrück GmbH nach der Sommerpause in der Montagelinie allmählich einen Dreischichtbetrieb bedingt.

Nach Auskunft von Wolfram Smolinski, Betriebsratschef der Volkswagen Osnabrück GmbH, wird die Aufstockung der Produktion personell durch die Abordnung von VW-Mitarbeitern aus dem Werk in Palmela (Portugal) aufgefangen. Diese bis zu 350 Kollegen hätten jahrelange Produktionserfahrung– in Palmela wurden und werden seit Mitte der 1990er Jahre der VW-Sharan/Seat Alhambra, über Jahre der Ford Galaxy, der VW Scirocco und bis vor einigen Monaten der VW Eos gefertigt.

Betriebsrat freut sich

Smolinski freut sich für seine Kollegen sehr über die Produktionsausweitung am Standort Osnabrück. Es sei schon eine „außergewöhnliche Geschichte“, wenn ein bewährtes Fahrzeug parallel zu seinem Nachfolger gefertigt werde.

VW rechnet sich gute Chancen aus, den seit 2007 weltweit in mehr als 2,6 Millionen Exemplaren gebauten Tiguan im Ausland noch über eine längere Zeit gut verkaufen zu können. Die in Osnabrück gefertigten Fahrzeuge sind für Nordamerika bestimmt. Die Millionen-Investitionen machen nur Sinn, wenn die Tiguan-Produktion in Osnabrück über eine längere Zeit läuft. Smolinski rechnet mit einer Fertigung bis Mitte 2017 und darüber hinaus.

Modell für Nordamerika

Die Entscheidung, hier nur eine Motor-/Getriebekombination vom Band zu lassen (Zweiliter-Benziner mit DSG-Automatikschaltung), macht vor dem im Moment ruinierten Ruf der VW-Dieselmotoren gerade für den Markt in den USA und Kanada Sinn. Nur so bestehen Chancen, Kunden noch vom „alten“ Tiguan-Modell zu überzeugen.

Im Moment läuft die Tiguan-Fertigung so ab: Lkw bringen jeweils drei grundierte Karosserien aus dem Stammwerk Wolfsburg nach Osnabrück. Dort bekommen sie in der modernen Lackieranlage ihren Füller, werden abgedichtet und im vorgesehenen Farbton lackiert, berichtet Heinz-Gerd Petersmann, verantwortlich für die Produktion der VW-Modelle Tiguan, Golf Cabriolet und von Porsche Cayman und Cayenne, die ebenfalls in Osnabrück vom Band laufen. Motor, Getriebe, Achsen und Räder, die Innenausstattung sowie sonstige Teile werden separat angeliefert. Daraus entstehen dann die kompletten VW Tiguan made in Osnabrück.

Golf Cabrio läuft aus

Im Moment werden auf derselben Montagslinie 1 auch noch Golf Cabriolets gebaut. Doch das Schicksal dieses Modells, mit dem im März 2011 bei VW Osnabrück die Autoproduktion nach der Karmann-Insolvenz wieder begann, ist besiegelt. Im Moment entstehen dort noch deutlich mehr Cabriolets als Tiguan – das Verhältnis wird sich in den nächsten Wochen jedoch umkehren. Die Produktion des Golf Cabriolets wird noch vor der Sommerpause auslaufen. Bisher liefen mehr als 84000 Stück davon in Osnabrück vom Band.

Neue Halle

Wenn ein Hallenneubau direkt angrenzend an die Lackiererei an der Narupstraße in Osnabrück-Fledder fertiggestellt ist, werden die Tiguan-Karossen aus Wolfsburg per Bahn angeliefert. Innerhalb des Werkes werden sie dann in das neue Gebäude (Werksjargon: Einschleußhalle)gebracht, von wo aus sie per Aufzug in die Lackieranlage verfrachtet werden. Dann kann auch die Kapazität deutlich erhöht werden, und der Dreischicht-Betrieb beginnt.


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