Antrag auf Agrarministerkonferenz Umstrittenes Hormon aus Stutenblut soll auf den Prüfstand

So gut wie diesen Tieren auf einer Weide in Niedersachsen geht es den Stuten in Südamerika auf einigen Blutfarmen nicht, haben Tierschützer mit Aufnahmen dokumentiert. Foto: dpaSo gut wie diesen Tieren auf einer Weide in Niedersachsen geht es den Stuten in Südamerika auf einigen Blutfarmen nicht, haben Tierschützer mit Aufnahmen dokumentiert. Foto: dpa

 Osnabrück. Auf Blutfarmen in Südamerika wird aus dem Blut trächtiger Stuten ein Hormon gewonnen, das in der europäischen Schweineproduktion eingesetzt wird. Die Herstellung ist umstritten. Niedersachsen will das Produkt jetzt auf den Prüfstand stellen.

Der Einsatz eines umstrittenen Hormonpräparats aus dem Blut trächtiger Stuten in der deutschen Schweineproduktion soll nach dem Willen Niedersachsens auf den Prüfstand. Das Bundesland hat einen entsprechenden Antrag für die am Donnerstag beginnende Agrarministerkonferenz in Mecklenburg-Vorpommern gestellt. (Weiterlesen: Pferde müssen für Schweinefleisch-Produktion bluten)

Notfalls Anwendungsverbot?

Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, sich gemeinsam mit anderen EU-Staaten für ein Import- und Anwendungsverbot einzusetzen, falls eine tierschutzgerechte Herstellung des Präparats in Südamerika nicht sichergestellt werden kann.

 

Das Präparat PMSG wird unter anderem auf sogenannten Blutfarmen in Südamerika gewonnen. In deutschen Ställen kommt es beispielsweise zum Einsatz, um Einfluss auf den Brunftzyklus von Sauen zu nehmen. Sie sollen möglichst zeitgleich ihre Ferkel zur Welt bringen.

Bilder von misshandelten Pferden

Im vergangenen Jahr hatten Tierschützer die Produktionsbedingungen auf einer dieser Farmen in Südamerika dokumentiert. Auf den Bildern war die Misshandlung ausgemergelter Stuten zu sehen, denen regelmäßig Blut abgezapft wird. Schweizer Schweineproduzenten erklärten daraufhin, PMSG nicht mehr einzusetzen. (Weiterlesen: Blutfarmen in Südamerika in der Kritik)

 

 Auch Niedersachsens Agrarminister Meyer kritisiert Herstellung und Einsatz des Präparats. „Ich halte das für eine ganz und gar nicht hinnehmbare Methode.“ In dem Antrag seines Bundeslandes heißt es, der Export des Hormons sei aus Gründen des Tierschutzes wie auch der ethischen Gesichtspunkte zu hinterfragen.

PMSG notwendig?

Die Bundesregierung soll aufgefordert werden, die Notwendigkeit des Einsatzes in Deutschland und mögliche Alternativen zu überprüfen. Sollte PMSG unverzichtbar sein, dann soll sichergestellt werden, dass das Hormon nach hiesigen Tierschutzstandards gewonnen wird.

 

Die Agrarminister von Bund und Ländern kommen ab Donnerstag in Göhren-Lebbin in Mecklenburg-Vorpommern zu ihrer Frühjahrskonferenz zusammen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN