Millionenverluste GMH-Tochter IAG Magnum beantragt Insolvenzschutz

Von Christian Schaudwet

Ungewisse Zukunft: Der Stahlverarbeiter IAG Magnum hat ein Insolvenz-Schutzschirmverfahren beantragt. Foto: David EbenerUngewisse Zukunft: Der Stahlverarbeiter IAG Magnum hat ein Insolvenz-Schutzschirmverfahren beantragt. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Osnabrücker Stahlverarbeiter IAG Magnum hat ein Insolvenz-Schutzschirmverfahren beantragt. Die Tochtergesellschaft der Stahlgruppe Georgsmarienhütte Holding (GMH) schreibt seit Jahren Verluste.

Im Zuge des Schutzschirmverfahrens will IAG Magnum 35 von gegenwärtig 120 Stellen streichen und darüber nun in Verhandlungen mit dem Betriebsrat treten. IAG-Magnum-Chef Henning Schmale beantragte das dreimonatige Verfahren am Vormittag beim Amtsgericht Osnabrück. Wie das Unternehmen mitteilte, entsprach das Gericht dem Antrag. Sachwalter wird der Insolvenzspezialist Christopher Seagon von der Heidelberger Kanzlei Wellensiek. Im Schutzschirmverfahren führt dennoch weiterhin das Management die Geschäfte.

Um den Betrieb aus der Krise zu führen, will das Management ihn auf die Herstellung von Nuklearbehältern –etwa die zur Lagerung von Atommüll eingesetzten „Castoren“ –und auf die Instandhaltung großtechnischer Anlagen ausrichten. Ursache der Krise sei die „schon lang anhaltend schlechte Marktsituation im Maschinenbau, insbesondere im Schwer- und Energiemaschinenbau“, teilte IAG Magnum mit.

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Bei IAG Magnum sind im Laufe der vergangenen sechs Jahre Millionenverluste angefallen. Das Unternehmen hat sich für die Georgsmarienhütte Holding neben der inzwischen geschlossenen Tochter Weserwind (Offshore-Fundamente) zur Last entwickelt. Nun will die Holding – ihr Kern ist das profitable Stahlwerk in Georgsmarienhütte bei Osnabrück – die verlustreiche Tochter offenbar nicht mehr durchfüttern.

Aus dem Schutzschirmverfahren können sich unterschiedliche Wege ergeben, auf denen das Geschäft fortgeführt wird. Im besten Fall bleiben alle Arbeitsplätze erhalten, auch die nun zur Diskussion stehenden 35. Dennoch besteht auch die Möglichkeit, dass die Strategie nicht aufgeht. Dann würde IAG Magnum nach drei Monaten der Übergang in ein reguläres Insolvenzverfahren drohen, das zur Einstellung der Geschäftstätigkeit führen könnte.

IAG Magnum hat sich spezialisiert auf die Herstellung und Bearbeitung besonders großer Metallteile wie beispielsweise großvolumiger Gasbehälter oder Rammvorrichtungen zum Aufstellen von Windkraftanlagen auf See. Im Bau von Behältern für radioaktives Material ist das Unternehmen bereits tätig.

Kommentar zu IAG Magnum: Hoffnung auf einen schwierigen Markt