Verpackungswerke Delkeskamp Bekannte Lebensmittel-Marken auf der Kundenliste



Nortrup. Papier, Wellpappe und Schaumstoff: Diesen drei Produkten widmen sich die Delkeskamp Verpackungswerke in Nortrup, rund 40 Kilometer nördlich von Osnabrück. Mehr als die Hälfte davon liefert das mittelständische Familienunternehmen an die Lebensmittelindustrie.

Verstandkartons für Puddingpulver gehören unter anderem zum Angebot. Kühlkisten aus Styropor für Lebensmittel im Online-Versand und für Medikamente. Tortenringe aus Styropor. Oder Umzugskartons und Regalkartons, in denen Tüten in Supermärkten aufgestellt werden.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1896. Um diese Zeit schnauften Dampfloks auf einer neuen Bahnlinie, die den Ort Quakenbrück mit dem Ruhrgebiet und der Küste verband. Das Dorf Nortrup entwickelte sich zur Industriegemeinde, und die Firmengründer erkannten den steigenden Bedarf an Versandschachteln.

1915 ging die Kartonagefabrik komplett in den Besitz der Familie Delkeskamp über, und seit 1996 leitet Stefan Delkeskamp als geschäftsführender Gesellschafter in der vierten Generation die Unternehmensgruppe.

Auf der Kundenliste stehen so bekannte Marken wie Nestlé, Coppenrath & Wiese, RUF, Krombacher und Warsteiner. Deshalb achtet Delkeskamp besonders darauf, dass der Betrieb den hohen Anforderungen an die Lebensmittelhygiene entspricht.

„Die größte Kundendichte haben wir in einem Radius von rund 300 Kilometern um unsere Werke“, erklärt Firmeninhaber Delkeskamp. Geliefert werde in die Niederlande und ins Ruhrgebiet, nach Polen und Dänemark.

Kunden erhalten keine Preislisten

Preislisten erhalten die Kunden nicht, weil man sich als Individualdienstleiter versteht: Für jedes Produkt wird die jeweils passende Verpackung entwickelt, wie Ingo Neumann, Leiter Marketing und Vertrieb, erklärt. So berücksichtigt das Unternehmen zum Beispiel, ob eine Verpackung mit dem Flugzeug oder Schiff befördert wird und ob sie extremer Hitze, Kälte oder Nässe ausgesetzt ist. Alles wird aufeinander abgestimmt – darunter die Herstellung des Papiers und der Wellpappe, der Aufdruck und der Transportschutz.

Seit 1977 gehört ein Wellpappenwerk in Hannover mit 171 Beschäftigten zur Firmengruppe. Und seit 2002 sind die Delkeskamp Verpackungswerke an der Firma Moraplast in Odry im Osten Tschechiens beteiligt, wo überwiegend Schaumstoff-Produkte entstehen.

Eigene Lkw-Flotte

Der Umsatz der Firmengruppe betrug 2015 rund 165 Millionen Euro. Am Hauptsitz Nortrup beschäftigt Delkeskamp mehr als 500 Mitarbeiter und verfügt über eine Lkw-Flotte für die Auslieferung der eigenen Produkte.

Farbreste neu eingemischt, Wasser mehrfach verwendet

Großen Wert legt die Firmenleitung auf Nachhaltigkeit. Energie wird mit Anlagen im Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren erzeugt, und nicht benötigten Strom speist das Unternehmen in das öffentliche Stromnetz ein. Reste von Druckfarben werden bei anderen Farben erneut eingemischt, sodass sie nicht entsorgt werden müssen. Wasser wird mehrfach verwendet, und aus Altpapier wird neues Wellpappenrohpapier produziert. Was sich nicht wiederverwerten lässt, wie Metalle, wird gesammelt und fast vollständig einer externen Verwertung zu geführt.

Bei der Investitionsquote will Delkeskamp über dem Branchenschnitt liegen. Zum Jahreswechsel 2015/2016 wurde eine neue Wellpappenanlage installiert, die 2,80 Meter breit ist und – so das Unternehmen – „technologisch zu den modernsten Anlagen in Europa gehört“.

Lob von Bürgermeister Leonhard Renze

Delkeskamp ist nach dem Fleischwarenhersteller Kemper der zweitgrößte Betrieb in Nortrup. Großes Lob spendet Bürgermeister Leonhard Renze (CDU) dem Unternehmen: Die Ausbildung und anschließende Übernahme sei für die Betriebsinhaber ein wichtiges Anliegen. „Das ist schon vorbildlich.“ Und dankbar ist Renze für das Engagement der Firmenchefs im politischen und sozialen Bereich. Ohne Claus Delkeskamp wäre das Pflegeheim in Nortrup nicht entstanden, sagt er.


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