Gebäckhersteller aus Geeste Coppenrath Feingebäck: zwischen Tradition und Moderne

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Früher waren vor allem Honigkuchen und Zwieback die Aushängeschilder des Unternehmens, mittlerweile hat Coppenrath Feingebäck seine Produktpalette stetig erweitert. Foto: Stefan Schoening FotodesignFrüher waren vor allem Honigkuchen und Zwieback die Aushängeschilder des Unternehmens, mittlerweile hat Coppenrath Feingebäck seine Produktpalette stetig erweitert. Foto: Stefan Schoening Fotodesign

Osnabrück. Seit knapp 200 Jahren existiert das Geester Unternehmen Coppenrath Feingebäck. In der Keksbranche hat es sich einen Namen gemacht – auch wegen einer häufigen Verwechslung.

Coppenrath Feingebäck ist ein Unternehmen zwischen Tradition und Moderne. Die Geschichte des Familienbetriebes reicht bis ins 19. Jahrhundert. 1825 gründete Heinrich Coppenrath im emsländischen Geeste die Landbäckerei Coppenrath. Zu Beginn vor allem auf Honigkuchen und Zwieback spezialisiert, hat die Firma ihre Produktpalette stetig erweitert.

Mittlerweile führt Andreas Coppenrath das Unternehmen in der sechsten Generation. Nicht nur dem Namen nach soll es ein Familienbetrieb sein. „Wichtig ist uns, dass unsere Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen. Sie sollen sich wohlfühlen und sich hier verwirklichen können“, so der Geschäftsführer. Respekt und Anerkennung sollen hier von jedem gelebt werden. Nach Auskunft von Andreas Coppenrath durften die Mitarbeiter auch mit entscheiden, wie die Arbeitsräume dekoriert werden.

Qualität und originelle Ideen gefragt

Rund 300 Mitarbeiter beschäftigt der Feingebäck-Hersteller, dessen Waren in mehr als 60 Ländern verkauft werden. Um in der Branche zu überleben, müsse ein Unternehmen wie Coppenrath mit Qualität und originellen Ideen punkten, so der Geschäftsführer. Das scheint der Firma auch zu gelingen. „Wir sind auf Wachstumskurs. Unsere Produkte wurden schon häufig wegen ihrer Qualität ausgezeichnet“, sagt der 53-Jährige. Erst vor kurzem hat Deutschland Test Coppenrath für „Beste Markenqualität 2016“ prämiert, auch von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erhalten sie seit Jahren Auszeichnungen für die Qualität der eigenen Produkte.

Profitable Verwechslung

In der deutschen Gebäckbranche liege nur noch das Bahlsen vor dem Familienunternehmen aus Geeste – das vor allem auch deshalb, weil der Kekshersteller aus Hannover in der Vergangenheit stärker als Coppenrath auf Werbung gesetzt und seine Marke besser gepflegt habe. Von der Qualität her müsse man sich jedenfalls nicht vor Bahlsen verstecken. Mittlerweile versucht Coppenrath, sich sichtbarer auf dem Markt zu positionieren – mit Werbung in Fachzeitschriften und auffälligen Gebäckverpackungen. „Eine Verpackung muss attraktiv gestaltet sein, um bei den Kunden anzukommen“, so der Geschäftsführer. Die zunehmende Bekanntheit verdankt Coppenrath auch einem häufigen Missverständnis. Viele Menschen würden das Unternehmen aus Geeste mit dem Tortenhersteller Coppenrath&Wiese verwechseln, auch dadurch profitiere der emsländische Gebäck-Produzent.

Offen für neue Trends

Teilweise werden die Kekse noch nach den knapp 200 Jahre alten Original-Rezepten gebacken. Ein Erfolgsgeheimnis von Coppenrath bestehe jedoch auch darin, dass sich das Unternehmen gegenüber neuen Trends nicht verschließe. So stellt es nicht nur vermehrt vegane Produkte her, sondern auch Gebäck frei von Gluten, Zucker oder Lactose, um sich neuen Ernährungsgewohnheiten anzupassen. „Die Produkte sind ein Volltreffer“, berichtet der Geschäftsführer.

Essbarer Kaffeelöffel

Dasselbe gelte auch für eine andere Neuheit im Coppenrath-Sortiment: ein essbarer Kaffeelöffel. Bei einer Reise in die Schweiz habe sich ein Bekannter, der in einer Autobahnraststätte arbeitet, darüber beschwert, dass die Kunden ständig die Löffel mit nach Hause nehmen würden, erzählt Andreas Coppenrath. Dabei sei die Idee entstanden, dieses neue Produkt herzustellen, das in den Geschmacksrichtungen Vanille und Karamell angeboten wird.

Wer wird Nachfolger?

Diese Entstehung entspricht einer Idealvorstellung, die Coppenrath für sein Gebäck vorschwebt: „Ein Keks muss eine Geschichte haben“, so der 53-Jährige.

Apropos Geschichte: Wird das Unternehmen auch in siebter Generation fortgeführt? „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber das Unternehmen soll in der Familie bleiben.“ Da seine Kinder noch recht jung seien, habe man die Frage nach der Nachfolge noch nicht abschließend geklärt. Dies hat wohl auch noch etwas Zeit, glaubt man dem Geschäftsführer: „Wenn meine Gesundheit mitspielt, will ich noch lange bleiben!“

Aushängeschild für Geeste

Für die Gemeinde Geeste sei das Traditions-Unternehmen ein, wenn nicht sogar das Aushängeschild, betont Bürgermeister Helmut Höke. Dies liege aber nicht nur im Erfolg in der Keksbranche begründet. Gleichermaßen beeindrucke Höke, wie sich das Unternehmen um Andreas Coppenrath im sozialen Bereich engagiere. Coppenrath unterstütze verschiedene Projekte in finanzieller und ideeller Hinsicht. So stelle er Flüchtlinge in seiner Firma ein und verschaffe ihnen damit einen Arbeitsplatz. Zudem habe der 53-Jährige unter anderem im vergangenen Jahr einen Mittelaltermarkt organisiert. „Der hat die Attraktivität der Gemeinde nochmals gesteigert“, sagt Höke.


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