Mit Garage fürs Auto im Heck Variomobil: Rollende Luxusappartements aus Bohmte

Von Siegfrid Sachse

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Fertig für die große Fahrt: ein Variomobil mit Platz für ein weiteres Auto. Foto: Frank MixFertig für die große Fahrt: ein Variomobil mit Platz für ein weiteres Auto. Foto: Frank Mix

Bohmte. Zu den Firmen, die sich auf die Herstellung von Reisemobilen der Extraklasse spezialisiert haben, zählt die Variomobil Fahrzeugbau GmbH in Bohmte. Unternehmen wie dieses fertigen die Fahrzeuge individuell nach Kundenwunsch, mit einem Aufwand von bis zu 10.000 Arbeitsstunden je Fahrzeug.

Nicht jeder, der viel Geld hat, verbringt seinen Urlaub im 5-Sterne-Hotel oder auf einer Jacht im Mittelmeer. Es gibt auch Menschen, die oft wochenlang mit einem Wohnmobil der Extraklasse unterwegs sind, um die Sehenswürdigkeiten in aller Welt zu erkunden. Diese Fahrzeuge, die verschiedentlich deutlich teurer sind als ein Einfamilienhaus, stehen hinsichtlich des Ambientes einem Luxushotel in nichts nach.

Laut Variomobil-Chef Frank Mix, der wie sein Onkel Bernhard Rothgänger mit jeweils 50 Prozent an dem 1984 gegründeten Unternehmen beteiligt ist, geht der Trend immer mehr zu größeren Fahrzeugen und mehr Wohnkomfort. Keine Spur mehr von spartanischer Behausung, Plastikgeschirr oder Klappstühlen. Im Gegenteil, der Innenraum des Wohnmobils bietet allen erdenklichen Luxus. Fußbodenheizung ist ebenso vorhanden wie eine Küche mit Cerankochfeld bzw. ein Wohnraum mit edlen Hölzern und Polstermöbeln aus Leder. Auch werden Reisemobile produziert, die im Fahrzeugheck Platz für den eigenen Pkw haben. Diese komfortable Ausstattung hat natürlich ihren Preis – der Kunde muss je nach Modell mit Kosten zwischen 200.000 und 1,3 Millionen Euro rechnen. Für die größten Fahrzeuge, die alle auf Gestellen von Mercedes-Benz, MAN, Volvo und Iveco aufgebaut werden, ist nach Angaben von Mix ein Arbeitsaufwand von bis zu 10 000 Stunden erforderlich. Bei der überwiegend gehobenen Käuferschicht handelt es sich meist um Deutsche, gefolgt von Schweizern und Niederländern. Nach Angaben der Geschäftsführung rückt bei der älteren Kundschaft modernes Design immer stärker in den Vordergrund.

Geschäfte laufen gut

Für VARIOmobil war 2015 eines der besten Jahre der Firmengeschichte. Das Unternehmen, das mit seinen über 60 Mitarbeitern jährlich zwischen 12 und 16 Fahrzeuge produziert, erzielte einen Umsatz von knapp acht Millionen Euro, davon entfielen 70 Prozent auf luxuriöse Reisemobile und 30 Prozent auf gewerbliche Spezialfahrzeuge, die seit der Finanzkrise im Jahr 2008 wieder eine verstärkte Nachfrage zu verzeichnen haben. Mobile Bankfilialen werden ebenso hergestellt wie medizinische Untersuchungsfahrzeuge. Das komplett ausgestattete Untersuchungsmobil stelle eine Alternative zum stationären Sprechzimmer dar, verlautet in diesem Zusammenhang. Für dieses Jahr erhielt das Unternehmen von einem öffentlich-rechtlichen Sender sowie einer Privatfirma den Auftrag für den Bau von zwei Fernsehübertragungswagen.

Unternehmen stellt sich breiter auf

Durch die immer anspruchsvolleren Wünsche der Kunden ist Variomobil dabei, sich auch personell breiter aufzustellen. So wurden unter anderem bereits ein Radio- und Fernsehtechniker sowie ein Klimatechniker eingestellt. Ziel sei es, in allen Sparten auszubilden, hieß es.

Nach Angaben von Mix gibt es in Europa nur zwei bis drei Betriebe, die eine ähnliche Struktur aufweisen wie das Bohmter Unternehmen. Die Perspektiven für dieses Jahr beurteilt die Geschäftsführung sehr zuversichtlich. Bereits jetzt ist Variomobil bis Ende des Jahres voll ausgelastet.

Aushängeschild für die Region

Nach Auffassung von Klaus Goedejohann, Bürgermeister der Gemeinde Bohmte, ist Variomobil ein Aushängeschild für die Region und ein hervorragendes Beispiel für Bodenständigkeit sowie regionale Verantwortung. Die Firma biete hoch qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze, die für die Gemeinde und die Region eine große Bedeutung hätten. Die Tatsache, dass diese in unterschiedlichsten Berufsfelder lägen, zeige die Vielfältigkeit des Wohnmobilbauers, so der Bürgermeister.

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