zuletzt aktualisiert vor

„Erhebliches Wachstumspotenzial“ Schokoladenfabrik Windel setzt aufs Coffee-Bike

Von Siegfrid Sachse

Chefs am Coffee-Bike: Michael Kirschner (Farüchoc), Fred Windel, Jörg Senne (Windel/Heidel) sowie Jan Sander und Tobias Zimmer (Coffee-Bike, von links). Foto: Markus MöllenhoffChefs am Coffee-Bike: Michael Kirschner (Farüchoc), Fred Windel, Jörg Senne (Windel/Heidel) sowie Jan Sander und Tobias Zimmer (Coffee-Bike, von links). Foto: Markus Möllenhoff

Osnabrück. Süßwaren sind ein Milliardengeschäft. Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie stieg der Umsatz der Branche 2015 um 2,6 Prozent auf 12,58 Milliarden Euro. Auf diesem Markt behauptet sich die Windel-Gruppe aus Osnabrück. Mit immer neuen Innovationen hat sich das Unternehmen eine breite Angebotspalette geschaffen, mit der sie auch eventuelle Konjunkturkrisen gut meistern kann.

Die Unternehmenspolitik ist laut Fred Windel junior, geschäftsführender Gesellschafter der Windel GmbH & Co. KG, auf das kontinuierliche Weiterentwickeln der Geschäftsfelder ausgerichtet. Dazu gehört die Suche nach Firmen, die sich für eine Übernahme eignen, um die Marktposition zu stärken. Dabei konzentriert sich Management nicht nur auf Schokolade. Das zeigt die mehrheitliche Beteiligung an der Coffee-Bike GmbH aus Bissendorf bei Osnabrück. Fred Windel sieht hier riesiges Wachstumspotenzial.

Auch in den angestammten Sparten verfolgt die Geschäftsführung ehrgeizige Ziele. Ende 2016, Anfang 2017 will das Unternehmen mit einer neuen Schokoladenmarke antreten. „Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass wir uns einer neuen Idee mit den Maßstäben eines Markenartikels nähern“, sagt Windel. Zudem liege der Fokus in den Jahren 2016/17 auf höherer Effizienz und dem Senken von Kosten.

Gestiegene Rohstoffkosten

Höhere Rohstoffkosten etwa für Kakao belasteten 2015 die Ertragslage. Dennoch konnte der Gewinn auf Vorjahreshöhe gehalten werden. Genaue Zahlen nennt Windel nicht. Die Gruppe verfüge aber nach wie vor über eine deutlich über dem Branchendurchschnitt liegende Eigenkapitalquote. Das Familienunternehmen in vierter Generation produziert mit 450 Mitarbeitern an vier Standorten: drei in Osnabrück, einer in Tienen/Belgien.

Die Marke Windel, die vor allem den Lebensmittelhandel beliefert, befindet sich nach 2015 mit Umsätzen auf Vorjahresniveau wieder auf Wachstumskurs, wozu 2016 auch Produktneuheiten beitragen sollen. Der Exportanteil beträgt 33 Prozent, wichtigste Märkte sind Polen, Tschechien und die USA.

Aussichten stehen auf Wachstum

Zur Unternehmensgruppe gehört die vor 40 Jahren gegründete Confiserie Heidel. 2015 legte sie im Lebensmittel- und Fachhandel weiter zu. Die Farüchoc Schokoladenfabrik, deren Spezialitäten etwa Schokoladentafeln und -täfelchen, Knusperpralinen und Mokkabohnen sind, plant für 2016 einige Neuheiten – auch in diesem Geschäftsfeld stehen die Aussichten also auf Wachstum.

Bei der 2003 erworbenen belgischen Firma Kim`s Chocolates, an der Windel mit 75 Prozent beteiligt ist, sieht der Firmenchef enormes Potenzial. Nachdem von 2007 bis 2010 gut 22 Millionen Euro in den neu errichteten Standort Tienen investiert wurden, kamen 2014/15 weitere 2,5 Millionen Euro für ein automatisches Lager mit fahrerlosen Transportsystem hinzu.

Für den Wirtschaftsstandort Osnabrück ist Windel ein starkes internationales Aushängeschild, sagt Stadtsprecher Sven Jürgensen. Der Süßwarenhersteller verbinde seit über 100 Jahren die Tradition eines Familienbetriebs mit innovativer und exportorientierter Unternehmensführung.

Weitere Wirtschaftsnachrichten aus der Region Osnabrück-Emsland unter www.noz.de/regionale-wirtschaft


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN