Sieben Filialen Privatrösterei Hotfilter aus Nordhorn meldet Insolvenz an

Die Privatrösterei Hotfilter aus Nordhorn, hier die Filiale in der Lingener Lookenstraße, hat Insolvenz angemeldet. Foto: Wilfried RoggendorfDie Privatrösterei Hotfilter aus Nordhorn, hier die Filiale in der Lingener Lookenstraße, hat Insolvenz angemeldet. Foto: Wilfried Roggendorf

Nordhorn. Die Privatrösterei Hotfilter aus Nordhorn hat Insolvenz angemeldet. Der Kaffeespezialist betreibt insgesamt sieben Filialen, unter anderem in Lingen, Osnabrück und Rheine.

„Das Problem von Hotfilter sind alte Strukturen und Verträge“, erklärt die vorläufige Insolvenzverwalterin, Rechtsanwältin Tanja Kreimer aus Stadtlohn auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Zentrale der 1929 gegründeten Privatrösterei in Nordhorn sei sehr kostenlastig. „Es gibt alte Arbeits- und Mietverträge sowie Pensionsverpflichtungen.“ Geschäftsführerin Kathrin Hotfilter habe versucht, die Kostenstruktur anzupassen. Dies sei ihr jedoch nicht gelungen. Daher habe sie die Insolvenz beantragt.

Rückläufige Mengen

Kreimer verweist auf die rückläufige Menge gerösteten Kaffees, der in den Filialen für durchschnittlich acht Euro verkauft wird. „In der Spitze waren das einmal rund 100 Tonnen Rohkaffee im Jahr. Jetzt werden nur noch etwa 20 Tonnen im Jahr geröstet.“ Seit dem 12. Januar ist Kreimer mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung mit Zustimmungsvorbehalt beauftragt. Geschäftsführerin Kathrin Hotfilter kann ohne ihre Zustimmung keine rechtsverbindlichen Geschäfte für ihr Unternehmen mehr abschließen.

Filialgeschäft wird vorläufig fortgeführt

„Der Geschäftsbetrieb in den Filialen ist eigentlich nicht das Problem“, betont die Insolvenzverwalterin. Daher werde dieser auch fortgeführt. „Das Ostergeschäft wird ganz normal laufen“, kündigt Kreimer an. Die Beratung in den sieben Filialen und der Verkauf hochwertiger Süßwaren dort werde weitergehen. Beides komme, ebenso wie das Angebot an Geschenkpackungen, bei den Kunden sehr gut an.

Sieben Filialen

„Die Aussichten für die Filialen sind gut“, versichert Kreimer. Neben Läden in Lingen, Osnabrück und Rheine betreibt Hotfilter auch Geschäfte in Nordhorn, Leer, Emsdetten und Ibbenbüren. Es lägen Anfragen von verschiedenen Interessenten aus dem geschäftlichen Umfeld von Hotfilter vor. „Darunter ist keine Kette“, betont die Insolvenzverwalterin.

Bislang nur Saisonkräften gekündigt

Von den 17 Vollzeitkräften und 20 geringfügig Beschäftigten sei daher bislang niemand gekündigt worden. Lediglich die im Unternehmen intern „Eismädchen“ genannten Saisonkräfte, unter ihnen viele Schülerinnen, die im Sommer vor den Filialen Eis verkaufen, sei jetzt vorsorglich gekündigt worden. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Filialen solle bis zum 1. April fallen. Dann werde voraussichtlich, so Kreimer, auch das Insolvenzverfahren über die Hotfilter GmbH eröffnet. Offen sei, ob Hotfilter danach noch selber rösten könne.

Größerer Umsatz durch Süßes

Das Unternehmen, dessen Onlineshop derzeit nicht erreichbar ist, hatte 2014 einen Jahresumsatz von 1,6 Millionen Euro . Davon entfielen allerdings nur 350.000 Euro auf Kaffee. Der größere Anteil wurde mit hochwertiger Schokolade und anderen Süßwaren erzielt.

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