„Kein Anlass zur Besorgnis“ Lebensmittelamt: Mineralöl-Spuren in Adventskalendern

Von Alexander Klay

Mineralöl in Adventskalendern: Das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit hat entsprechende Spuren in der Schokolade von fünf Kalendern gefunden. Symbolfoto: dpaMineralöl in Adventskalendern: Das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit hat entsprechende Spuren in der Schokolade von fünf Kalendern gefunden. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Erneut sind Mineralöl-Rückstände in Adventskalendern gefunden worden: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat Spuren in der Schokolade von fünf der elf untersuchten Kalender entdeckt. Darunter auch ein Exemplar eines Herstellers aus Osnabrück.

Demnach seien diese Produkte betroffen: „Santa’s Schlitten“ und „Für große Kinder“ von der Frankenwald Confiserie Bauer, der „Tischkalender zum Aufstellen“ von Feodora aus Bremen sowie „Goldora“ von Windel aus Osnabrück. Ein weiterer betroffener Hersteller hat dem LGL zufolge die Nennung seines Namens vorläufig gerichtlich untersagt.

Bei der bereits im November durchgeführten Untersuchung seien geringe Mengen aromatischer Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) in der Schokolade nachgewiesen worden. Das Amt sieht beim Verzehr der Schokolade jedoch „keinen Anlass zur Besorgnis“, heißt es in einer Mitteilung. Wegen der geringen Verzehrmenge – ein Stück pro Tag an 24 Tagen im Jahr – gehe davon keine nennenswerte zusätzliche Belastung aus.

Foodwatch: Verfehlte Informationspolitik

Ein gesetzlicher Grenzwert für Mineralölrückstände in Lebensmitteln existiert bislang nicht. Die Hersteller seien vom LGL angehalten worden, die Quelle für die Kontamination zu beseitigen. Die Frankenwald Confiserie Bauer habe mitgeteilt, freiwillig die noch im Umlauf befindlichen Kalender aus dem Verkehr zu ziehen. Der Osnabrücker Hersteller Windel war am Mittwochabend nicht zu erreichen.

Deutliche Kritik an der späten Veröffentlichung der Testergebnisse äußert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Sie warf der bayerischen Verbraucherministerin Ulrike Scharf (CSU) eine verfehlte Gesundheits- und Informationspolitik vor. Aromatische Mineralöle gelten als potenziell krebserregend und erbgutverändernd, betont die Organisation.

Hersteller haben Problem erkannt

Rückstände von Mineralöl hatte bereits die Stiftung Warentest vor drei Jahren nachgewiesen. Damals waren Rückstände in jedem der 24 getesteten Kalender entdeckt worden. Als Grund für die Mineralöl-Kontamination gelten mineralölhaltige Druckfarben beziehungsweise Rückstände in Kartons aus Altpapier. Das bayerische Amt für Lebensmittelsicherheit bestätigte einem Großteil der Hersteller bei seiner aktuellen Kontrolle, dass sie durch einen entsprechenden Materialeinsatz einem Übergang von Mineralöl in die Schokolade vorbeugen.

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