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Kunden klagen in ARD-Magazin „Plusminus“ Schwere Vorwürfe gegen Kaffee-Partner aus Osnabrück

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Das ARD-Magazin „Plusminus“ erhebt schwere Vorwürfe gegen das Osnabrücker Unternehmen Kaffee-Partner. Werden Kunden unattraktive Vertragsdetails verschwiegen? Foto: Jörn MartensDas ARD-Magazin „Plusminus“ erhebt schwere Vorwürfe gegen das Osnabrücker Unternehmen Kaffee-Partner. Werden Kunden unattraktive Vertragsdetails verschwiegen? Foto: Jörn Martens

meba/mgl Osnabrück. Verschweigt Kaffee-Partner seinen Kunden versteckte Kosten bei der Mietung von Kaffeevollautomaten? Diesen Vorwurf erhebt das ARD-Magazin „Plusminus“ gegen das Osnabrücker Unternehmen. Kunden beklagen eine Verschleierungstaktik. Ehemalige Mitarbeiter packen aus – doch Kaffee-Partner fühlt sich zu unrecht beschuldigt.

Von Meike Baars und Manuel Glasfort

Die Kritik an Kaffee-Partner entzündet sich an zusätzlichen Kosten, die Kunden bei der Miete von Kaffeevollautomaten entstehen sollen. Das Osnabrücker Unternehmen stattet Firmen mit den Geräten aus. Es ist deutscher Marktführer im Bereich der betrieblichen Heißgetränkversorgung aus Vollautomaten. Der Vorwurf des ARD-Magazins „Plusminus“: Ein Teil der Kosten, die Kunden bei einem Mietvertrag entstehen, werde vom Vertrieb absichtlich verschwiegen. (Weiterlesen: Gericht kippt Wettbewerbsverbot für Coffee Perfect)

Unattraktive Vertragsdetails verschwiegen?

Mehrere Kaffee-Partner-Kunden kommen in der Sendung zu Wort. Sie beklagen: Die lange Laufzeit des Vertrages, eine Mindestabnahme an Tassen pro Woche sowie die zusätzlichen Kosten für Strom, Wasser, Milchpulver und Kaffeebohnen würden bei Vertragsabschluss verschleiert.

Ein ehemaliger Außendienstmitarbeiter von Kaffee-Partner bestätigte den ARD-Journalisten die Kundenkritik. „„Es wird ganz klar beigebracht, dass eben Themen wie Laufzeit oder das Hochrechnen von monatlichen Beträgen, dass das zu vermeiden ist“, sagte der Ex-Mitarbeiter „Plusminus“. (Kaffee-Partner gegen Coffee Perfect vor Oberlandesgericht)

„Überholte Schulungsunterlagen“

Laut Beitrag hat der Mann das Unternehmen erst „kürzlich“ verlassen. Kaffee Partner schreibt allerdings in einer Stellungnahme vom Donnerstag, es handele sich vermutlich „um einen ehemaligen Angestellten eines Tochterunternehmens, der bereits im Jahr 2012 ausgeschieden ist und daher nicht repräsentativ für das heutige Unternehmen ist“. Auch die Schulungsunterlagen, aus denen im Beitrag zitiert wird, seien aus den Jahren 2008/2009 und „völlig überholt“. Die Schulungen seien seitdem ständig verbessert worden, betont das Unternehmen. Kaffee Partner stehe für faire und transparente Beratung.

Lockvogel-Kunden machen schlechte Erfahrung

In einem Test des ARD-Magazins machten die Lockvogel-Kunden andere Erfahrungen. Vertragsdetails erfuhren sie nur durch hartnäckiges Nachfragen. Allerdings geht zumindest aus den aktuellen Verträgen selbst deutlich hervor, dass es Mindestabnahmemengen und eine lange Vertragslaufzeit von fünfeinhalb Jahren gibt. Verschiedene Gerichte hätten bestätigt, dass die Verträge transparent seien, schreibt Kaffee Partner.

Kaffee-Krieg in Osnabrück

Das Osnabrücker Unternehmen, das nach eigenen Angaben 70000 Kunden hat, sorgte zuletzt mit internen Querelen für Schlagzeilen. Nachdem die Familien der Alt-Eigentümer Ost und Koch mit dem Versuch gescheitert waren, die Kontrolle von den Mehrheitseignern Capvis Equity Partners und Partners Group zurückzuerlangen, verkauften sie ihre Anteile an die Schweizer Investoren.

Seither bauen die Familien Ost und Koch die Firma Coffee Perfect, einen früheren Ableger von Kaffee Partner, zu einem Konkurrenten aus. Auch die Kaffee Partner-Geschäftsführer Geschäftsführer Marc Beimforde und Jan-Dirk Büsselmann wechelten die Seiten. Der Streit zwischen den beiden Firmen beschäftigte auch das Oberlandesgericht.


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