Ziel: 550 Flüchtlinge qualifizieren Minister Lies stellt in Osnabrück Integrationsprojekt vor

Von Joachim Dierks

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies stellte vor der Vollversammlung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim das Integrationsprojekt für Flüchtlinge vor. Foto: Andreas Lehr, HWKDer niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies stellte vor der Vollversammlung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim das Integrationsprojekt für Flüchtlinge vor. Foto: Andreas Lehr, HWK

Osnabrück. Neben einem deutlichen Bekenntnis für den Bau der A33-Nord und den Ausbau der E233 Cloppenburg–Meppen brachte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) den Handwerkern im westlichen Niedersachsen eine weitere gute Nachricht mit: Flüchtlinge und Asylbewerber in der dualen Ausbildung erhalten ein Bleiberecht von mindestens zwei Jahren über das Ausbildungsende hinaus.

Vor der Vollversammlung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK) stellte Lies am Donnerstag das „Integrationsprojekt handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ (IHAFA) vor, das sein Ministerium gemeinsam mit den Kammern, der Bundesagentur für Arbeit und den Landkreisen auf den Weg gebracht habe.

Das Projekt dient sowohl der Sicherung des Fachkräftenachwuchses im niedersächsischen Handwerk als auch der Arbeitsmarktförderung für Asylbewerber und Flüchtlinge. In dem Projekt werden in einem abgestuften Verfahren zunächst vorhandene Kompetenzen festgestellt, dann ein Praktikum gestartet und Deutschunterricht erteilt. Ziel ist ein reguläres Ausbildungsverhältnis ab 1. August 2016.

Wenn es an Fortschritten in der deutschen Sprache noch hapert, ist an eine zeitweise Begleitung in der Muttersprache gedacht, um nicht zu viel Zeit ohne praktische Tätigkeit zu verlieren.

Ziel: 550 Flüchtlinge qualifizieren

Im Osnabrücker Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) sollen 45 Flüchtlinge qualifiziert werden, im Lingener BTZ insgesamt 30. „Unsere Zielmarke sind 550 Flüchtlinge, die im nächsten Jahr mit einer Ausbildung beginnen. Wir freuen uns über jeden Handwerksbetrieb, der mitmacht“, sagte der Minister.

Das garantierte Bleiberecht für weitere zwei Jahre solle den Handwerksmeistern die Befürchtung nehmen, dass nach der Gesellenprüfung die Abschiebung kommt. Die zentrale Arbeitsmarkt-Beratungsstelle für Flüchtlinge werde bei der Caritas in Osnabrück eingerichtet. Zu den regionalpolitischen Zielen der HWK in Sachen Verkehrsinfrastruktur sagte Lies: „Damit sprechen Sie mir aus der Seele.“

Zum Thema Verkehr sagte Lies, Erhalt oder Erneuerung vorhandener Straßen und Brücken sei wichtig. Aber auch Neubauprojekte wie die „Y-Trasse“ der Bahn zwischen Hannover und den Seehäfen oder die Autobahn-Lückenschlüsse A-33-Nord und -Süd seien unverzichtbar, um Norddeutschland mit den Wirtschaftszentren in Mittel- und Süddeutschland leistungsfähig zu verbinden. „Zustimmung oder Ablehnung solcher Projekte verläuft fraktionsübergreifend, wie ich auch in meiner Partei und beim Koalitionspartner feststellen muss – hat aber offensichtlich damit zu tun, wo man wohnt“, meinte Lies.