Absichtserklärung vereinbart Claas will „russischer Hersteller“ werden

Langfristiges Engagement in Russland: Ralf Bendisch, Generaldirektor Claas Krasnodar, links am Tisch, und der stellvertretende russische Industrieminister Alexander Morozov. Dahinter: Michael Ritter, kaufmännischer Direktor Claas Krasnodar, Cathrina Claas-Mühlhäuser und der russische Industrieminister Denis Manturow. Foto: Claas/Suchy/EhntsLangfristiges Engagement in Russland: Ralf Bendisch, Generaldirektor Claas Krasnodar, links am Tisch, und der stellvertretende russische Industrieminister Alexander Morozov. Dahinter: Michael Ritter, kaufmännischer Direktor Claas Krasnodar, Cathrina Claas-Mühlhäuser und der russische Industrieminister Denis Manturow. Foto: Claas/Suchy/Ehnts

Hannover. Mitten in der Ukraine-Krise und den damit verbundenen Marktturbulenzen hat der Landmaschinenhersteller Claas eine Absichtserklärung mit der Russischen Föderation unterzeichnet: Damit soll der Verkauf von in Russland gebauten Maschinen deutlich erleichtert werden, teilte das Unternehmen mit Sitz in Harsewinkel am Mittwoch mit.

Demnach werde Claas nach dem noch ausstehenden Abschluss einer Investitionsvereinbarung in den Rang eines „russischen Herstellers“ aufsteigen. Damit erhalte das Unternehmen dieselben Finanzierungsbedingungen, wie sie auch für andere einheimische Hersteller gelten. Ein entsprechendes Dokument wurde am Mittwoch auf der Landtechnik-Leitmesse Agritechnica in Hannover im Beisein des russischen Industrieministers Denis Manturow und der Claas Aufsichtsratschefin Cathrina Claas-Mühlhäuser unterzeichnet.

Russisches Werk deutlich vergrößert

Der Landmaschinenhersteller sieht in Russland großes Potenzial: Bislang seien nur 72 der 122 Millionen Hektar für den Ackerbau geeigneten Flächen landwirtschaftlich genutzt. Anfang Oktober hatte das Unternehmen in Krasnodar, 1300 Kilometer südlich von Moskau, ein zusätzliches Werk in Betrieb genommen. Dort wird auf einer Fläche von 45.000 Quadratmetern produziert – neunmal mehr als bisher. Bis zu 2500 Mähdrescher und Traktoren sollen dort gebaut werden.

Die Exporte der deutschen Landtechnik-Hersteller sind infolge der Ukraine-Krise in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Einige Hersteller klagen nach Informationen unserer Redaktion um einen Rückgang von einem Drittel. Insgesamt wird das Geschäft 2015 nach Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau um zehn Prozent auf sieben Milliarden Euro sinken.

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