Landtechnik-Messe in Hannover Agritechnica 2015: Effizienz und Umweltschutz auf dem Acker

Die Landtechnik-Leitmesse Agritechnica in Hannover (9. bis 14. November) beginnt an diesem Sonntag unter dem Eindruck schwieriger Rahmenbedingungen für die Branche. Foto: dpaDie Landtechnik-Leitmesse Agritechnica in Hannover (9. bis 14. November) beginnt an diesem Sonntag unter dem Eindruck schwieriger Rahmenbedingungen für die Branche. Foto: dpa

Hannover. Sanktionen infolge der Ukraine-Krise drücken die Preise für Milch und Fleisch, der Markt für Landtechnik-Produkte schrumpft stark und es drängen Umweltfragen: Die Landtechnik-Leitmesse Agritechnica (9. bis 14. November) in Hannover beginnt an diesem Sonntag unter schwierigen Rahmenbedingungen für die Branche.

Leitthemen der alle zwei Jahre stattfindenden Agritechnica sind diesmal Effizienz und Umweltschutz: Gezeigt werden Maschinen, die wirtschaftlicher mit Kraftstoff, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln umgehen. Die Landwirtschaft wird per Computereinsatz und intelligenter Software immer automatisierter. Vernetzte Maschinen und ein Datenmanagement-System sollen die Arbeit auf den Feldern verbessern, den Ertrag steigern und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln senken.

2900 Aussteller

Insgesamt 2900 Aussteller aus 52 Ländern zeigen auf dem Messegeländer in Hannover ihre Neuheiten. Im Vergleich zur letzten Messe 2013 ist die Auslandsbeteiligung um sieben Prozent gestiegen. Die meisten der 1619 nicht-deutschen Aussteller kommen aus Italien (399), den Niederlanden (113), der Türkei (112), aus Frankreich (103). China liegt mit 100 Ausstellern auf Platz fünf. Die ausrichtende Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erwartet mehr als 400.000 Besucher, sagte Pressesprecher Friedrich Rach.

Nach den Exklusivtagen am Sonntag und Montag für Händler und Investoren öffnet die Agritechnica ab Dienstag, 10. November, für die Allgemeinheit.

Schwierige Situation für Landwirte und Maschinenbauer

Für viele Landwirte ist die Situation derzeit nicht rosig - das machen die niedrigen Preise etwa für Milch und Fleisch deutlich. Gleichzeitig gibt es richtungsweisende gesellschaftliche Diskussionen - zum Beispiel über die Haltungsbedingungen von Tieren oder die Belastung von Böden und Grundwasser mit Nährstoffen. Die Messe versteht sich nach Auffassung der Organisatoren daher auch als Gelegenheit, neue technische Lösungen zu zeigen und die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft zu steigern.

Landtechnik-Hersteller mit großen Einbußen

Die Probleme der Bauern wirken sich weltweit auf die Nachfrage nach Landmaschinen aus: Für die Branche wird 2015 kein gutes Jahr. Der Verband VDMA Landtechnik erwartet unter den deutschen Herstellern einen Umsatzrückgang um zehn Prozent auf sieben Milliarden Euro – nachdem die Erlöse schon im vergangenen Jahr um acht Prozent geschrumpft sind. Weltweit werde das Produktionsvolumen von 100 auf 90 Milliarden Euro sinken.

Nicht alle sind von der Krise betroffen: Der Futterernte-Spezialist Krone aus dem Emsland etwa konnte den Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr 2014/15 (bis 31. Juli) um 6 auf 554 Millionen Euro steigern. „Insgesamt haben wir die Entwicklungen gut verkraftet“, sagte kürzlich Geschäftsführer Alfons Veer unserer Redaktion. Für den Gülletechnikspezialisten Kotte aus Rieste (bei Osnabrück) war 2014 das beste Jahr der Unternehmensgeschichte.

Ausgezeichnete Neuheiten

Unter den zahlreichen Neuheiten der Landtechnik-Hersteller, die bereits im Vorfeld der Messe mit Gold- und Silbermedaillen der DLG ausgezeichnet worden sind, befinden sich auch Innovationen von Herstellern aus der Region: Die Maschinenfabrik Bernard Krone aus dem emsländischen Spelle erhielt eine Goldmedaille für den „Premos 5000“: Dabei handelt es sich um einen sogenannten Pellet-Vollernter. Die Maschine presst Pellets aus Halmen, die anschließend als Futter, Einstreu in Ställen oder Brennstoff für Heizungsanlagen verwendet werden können. Möglich sei dies auch mit anderen pflanzlichen Reststoffen. „Ein weites Feld mit großartigen Perspektiven für diese herausragende Innovation“, urteilt die DLG.

Drei Silbermedaillen für Amazone

Gleich drei Silbermedaillen gehen an Amazone mit Sitz in Hasbergen (bei Osnabrück). Ausgezeichnet wurde etwa „AmaSpot“, ein sensorgesteuertes System, das die Menge von verwendeten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat gegenüber bisherigen Anwendungsmethoden um 20 bis 80 Prozent redutzieren soll. Lob gab es auch für ein GPS-gesteuertes System, das Überlappungen beim Ausbringen von Saatgut vermeiden soll, sowie das System „EasyCheck“, mit dem das Überprüfen von Düngerstreuern vereinfacht werde. (mit dpa)

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