Ein Bild von Uwe Westdörp
25.09.2015, 18:55 Uhr VOLKSWAGEN

Neuer VW-Chef Müller tritt schweres Erbe an

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Der neue VW-Chef Matthias Müller. Bisher saß er bei Porsche am Steuer. Foto:dpaDer neue VW-Chef Matthias Müller. Bisher saß er bei Porsche am Steuer. Foto:dpa

Osnabrück. Matthias Müller wird neuer Chef des VW-Konzerns. Der bisherige Porsche-Manager tritt ein schweres Erbe an – und braucht breite Unterstützung.

Nun also Matthias Müller: Der neue VW-Chef bringt gute Voraussetzungen mit, den im Abgasskandal ins Schleudern geratenen Autobauer wieder auf Kurs zu bringen. Er kennt den Konzern, und er hat bei Porsche gezeigt, dass er auch in Krisenzeiten einen kühlen Kopf bewahrt.

Doch wie gewinnt man in derart kritischer Situation das Vertrauen von Kunden und Anlegern zurück? Vollständige Aufklärung und Rückrufaktionen können nur die ersten Schritte sein. Zudem müssen Testverfahren etabliert werden, die realitätsnäher sind. Denn Autofahrer sollten nicht wissen, was ihr Fahrzeug auf dem Teststand an Abgasen produziert, sondern auf der Straße.

Angesichts der kriminellen Energie, mit der bei VW betrogen wurde, ist es überdies erforderlich, die Kontrolle der Industrie zu verstärken – eine Aufgabe für die Politik. Im Sinne der Verbraucher muss der Gesetzgeber dringend für mehr Transparenz sorgen.

Ganz nebenbei geht es auch noch um Protektionismus in großem Stil. Weil sie selber die Diesel-Technologie nicht beherrschen, haben die Amerikaner in diesem Bereich extrem scharfe Grenzwerte erlassen. Das Ziel war klar: So sollten Autos mit Diesel-Motoren vom US- Markt ferngehalten werden. Fairer Freihandel sieht anders aus.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN