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Suche nach Investoren läuft Reno-Mutter HR Group will nach Verkauf in Osnabrück bleiben


Osnabrück. Osnabrück soll auch nach dem geplanten Verkauf der Reno-Muttergesellschaft HR Group Sitz des Unternehmens bleiben. Es gebe keinen Grund, die Verwaltungszentrale zu verlagern, sagt der Chef der Schuhhandelsgruppe mit 4500 Mitarbeitern.

„In Osnabrück verfügt die HR Group über eine hochmoderne und effiziente Verwaltung. Meines Erachtens ist ein Standortwechsel nach einem Verkauf nicht zu erwarten“, sagt HR-Geschäftsführer und -Mitgesellschafter Matthias Händle im Gespräch mit unserer Redaktion. In der Zentrale in Osnabrück sind 350 Menschen beschäftigt.

Große Hoffnungen für die im stationären Schuhhandel schwächelnde Kette Reno setzt Händle auf den überarbeiteten Online-Shop – dieser war rund ein Jahr lang geschlossen. Jetzt sei das System mit seiner Prozesstiefe in der Branche einzigartig: „Seit dem Relaunch des deutschsprachigen Online-Shops kann der Endkunde mit wenigen Klicks und in Echtzeit erfahren, ob ein Schuh in seiner Wunschkonstellation vorhanden ist und kurzfristig an eine Reno-Filiale oder an seine Wunschadresse geliefert werden kann“, sagt Händle, der mit fünf Prozent an der Gruppe beteiligt ist.

Online-Shops in sechs Länden geplant

HR wolle nun durch Marketing Aufmerksamkeit auf den Shop ziehen und das Online-Angebot dann auf andere Länder ausweiten: Österreich im Herbst, folgen sollen Tschechien, die Slowakei und Ungarn im März 2016 und die Schweiz im August 2016. Der Online-Handel auf dem Schuhmarkt wachse „deutlich überproportional“, sagt Händle. Deshalb habe man sich intensiv damit beschäftigt und hohe Summen in IT und Logistik investiert.

Renos stationären Handel indes hat HR wegen sinkender Erlöse deutlich ausgedünnt. 250 Filialen wurden in den vergangenen Jahren geschlossen. Derzeit betreibt das Unternehmen noch rund 500 Läden: 391 davon in Deutschland, die übrigen in der Schweiz, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Zum geplanten Investorenprozess macht der HR-Chef nur vage Angaben. Interessenten, die sich nach den ersten Berichten über Verkaufsabsichten im Juni gemeldet hätten, kämen aus dem In- und Ausland. „Der internationale Schuhmarkt ist komplex, aber übersichtlich“, sagt Händle. Namen wolle er im Vorfeld des Verkaufsprozesses deshalb nicht nennen.

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Die andere Seite der HR Group: Schuhabteilungen in Großmärkten

Bekannt ist die Osnabrücker Schuhhandelsgruppe HR Group für ihre Einzelhandelskette Reno. Einen wachsenden Anteil (derzeit 40 Prozent) ihres Umsatzes von 600 Millionen Euro macht sie aber mit ihrem sogenannten „Systemgeschäft“ in Deutschland und zwölf weiteren Ländern in Europa: HR betreibt ganze Schuhabteilungen in Kaufhäusern und großen Einzelhandelsmärkten wie denen der Kette Real. Teils geschieht das mit eigenem Verkaufspersonal. In dieser Sparte zählt das Unternehmen rund 1800 Verkaufsstellen.

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