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17.08.2015, 19:55 Uhr AUFSICHTSRAT AUSTAUSCHEN

BER: Pleite einkalkuliert, Schmiergeld auch?

Ein Kommentar von Alexander Klay


Unkraut sprießt auf dem Fußweg: Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER ist in weiter Ferne. Foto: dpaUnkraut sprießt auf dem Fußweg: Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER ist in weiter Ferne. Foto: dpa

Osnabrück. Technisches und menschliches Versagen: Die Liste der Peinlichkeiten am neuen Hauptstadtflughafen BER wird immer länger. Jetzt ist es an der Zeit, das Kontrollgremium, den Aufsichtsrat, neu zu besetzen. Die politischen Honoratioren haben versagt, meint unser Autor.

Immerhin, die insolvente Baufirma Imtech wird auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens weitermachen. Dass der Elektroausrüster, aber auch andere Firmen schon vor vier Jahren fertig sein sollten, gerät da einmal mehr zur Nebensache. Denn mit den neuen Korruptionsvorwürfen hat das Projekt BER wieder einmal Negativschlagzeilen hervorgebracht.

Dass ein Bauunternehmen pleitegeht, kommt vor. Das haben die Flughafenplaner einkalkuliert, beteuern sie. Nun stellt sich die Frage, ob auch die Posten Korruption und Schmiergeld einkalkuliert waren. Hier spielen nicht nur Siemens, Bosch und die Telekom-Tochter T-Systems eine Rolle, gegen die aktuell Betrugsverdacht besteht.

Es ist wenige Wochen her, dass sich die Vermutung der Korruption gegen Imtech erhärtete. Zufällig ging es auch hier um Nachforderungen in zweistelliger Millionenhöhe, die ein Prokurist für 150000 Euro durchgewinkt haben soll.

Es zeigt sich: Das Flughafenprojekt ist nicht nur eine Ansammlung technischen, sondern auch menschlichen Versagens. Ob Besserung möglich ist? Der Flughafen-Geschäftsführer ist bereits zweimal ausgetauscht worden. Kontinuität hingegen im Kontrollgremium, dem Aufsichtsrat. Hier sitzen weiterhin politische Honoratioren – an dieser Stelle besteht noch immer Handlungsbedarf, es müssen Experten ans Werk.


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