„Großer Verbesserungsbedarf“ Tierschutzbund kritisiert: Ohne Betäubung auf die Schlachtbank

Von Dirk Fisser


Osnabrück. Mehr als 23 Millionen Schweine und 352 Millionen Stück Geflügel sind im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland geschlachtet worden. Ein Rekord. Doch waren die Tiere auch alle betäubt, bevor sie getötet wurden? Der Tierschutzbund bezweifelt das.

Verbandspräsident Thomas Schröder erinnerte im Gespräch mit unserer Redaktion an gravierende Probleme im Umgang mit den Tieren vor der Tötung. Er sagte: „Leider kommt es in deutschen Schlachthöfen immer noch zu hoch tierschutzrelevanten Vorfällen.“ So werde nach wie vor nicht sichergestellt, dass jedes Schwein, Rind oder Huhn vor der Schlachtung auch wirklich betäubt sei. „Masse und Akkordarbeit begünstigen zudem Fehlbetäubungen“, so Schröder. (Weiterlesen: Schwere Missstände auf deutschen Schlachthöfen)

Er appellierte an die Branche, die Entwicklung schonenderer Betäubungsmethoden voranzutreiben. Zudem müsse der Stress für die Tiere vor der Tötung auf ein Minimum reduziert werden. „Hier sehen wir noch großen Verbesserungsbedarf“, sagte Schröder.

Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass im ersten Halbjahr 2015 mit insgesamt 4,07 Millionen Tonnen so viel Fleisch wie noch nie produziert worden ist. Mehr als 29 Millionen Schweine und 352 Millionen Stück Geflügel mussten dafür in den ersten sechs Monaten ihr Leben lassen. (Weiterlesen: So viele Schweine geschlachtet wie noch nie)