Super-Donnerstag bewegt DAX kaum „Aktie Gelb“ mit tiefrotem Vorzeichen

Von dpa

Hat Einiges zu erklären: Postchef Frank Appel. Foto: dpaHat Einiges zu erklären: Postchef Frank Appel. Foto: dpa

Frankfurt. Es ist Super-Donnerstag an der Börse: Etwa zwei Dutzend Konzerne legen ihre Geschäftszahlen vor.Unterm Strich aber bewegt sich der Dax kaum.

Nach sieben freundlichen Handelstagen hat es der Dax am Donnerstag etwas ruhiger angehen lassen. Im frühen Handel bewegte sich der deutsche Leitindex nur geringfügig vom Fleck. Zuletzt rückte er um 0,01 Prozent auf 11 637,14 Punkte vor, nachdem das wichtigste deutsche Börsenbarometer während seiner vorangegangenen mehrtägigen Bergfahrt bereits um mehr als 5 Prozent gestiegen war.

Von den sechs Dax-Konzernen mit Quartalsberichten an diesem Tag - darunter Adidas, Telekom und Post - gingen uneinheitliche Signale aus. Der Euro sprang wieder über die Marke von 1,09 US-Dollar, was die Exportwirtschaft belastet.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,26 Prozent auf 21 437,49 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,23 Prozent auf 1812,65 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor zur selben Zeit 0,18 Prozent auf 3670,18 Punkte.

Die Quartalsberichtssaison hat ihren Höhepunkt erreicht. Rund zwei Dutzend Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax haben an diesem Tag über ihr abgelaufenes Vierteljahr informiert:

Bei der Deutschen Post stehen die wegen des Streiks in Deutschland rückläufigen Gewinne im zweiten Quartal samt der gekappten Jahresgewinnprognose im Fokus. Das sei nicht in diesem Ausmaß erwartet worden, sagte ein Händler. Die „Aktie Gelb“ war mit einem Minus von annähernd 4 Prozent Schlusslicht im Dax.

Mit einem Abschlag von 1,47 Prozent folgte die T-Aktie. Zwar legte die Deutsche Telekom dank eines florierenden US-Geschäfts und der Euroschwäche weiter stark zu und behielt die Jahresziele bei, doch am Markt wurde dies von vielen als „bereits eingepreist“ abgetan. Die Aktie habe seit Ende Juli bereits einen guten Lauf hingelegt, hieß es.

Kräftige Gewinne verbuchten dagegen die Papiere der Munich Re, von Lanxess und auch von Adidas. Das fortgesetzte Wachstum bei Europas größtem Sportartikelkonzern schien gut anzukommen - trotz der von einigen Börsianern monierten Margenschwäche und der weiter schwachen Entwicklung im Golf-Geschäft. Das Adidas-Papier gewann 1,75 Prozent.

Geringe Großschäden und günstige Finanzgeschäfte meldete die Munich Re. Samt der für das Gesamtjahr angehobenen Gewinnprognose brachte dies dem Anteilsschein des weltgrößten Rückversicherers ein Plus von 2,43 Prozent ein und damit den Spitzenplatz im Dax.

Dass außerdem der ins Schlingern geratene Spezialchemiekonzern Lanxess nach einem starken Quartal seine Ziele erneut hochsteckte, wurde am Markt mit einem Kursaufschlag von 2,22 Prozent begrüßt.