Mögliche Straftaten verjährt Keine Ermittlungen gegen Automatenkönig Gauselmann

Von Christian Schaudwet

„Automatenkönig“ Paul Gauselmann vor dem zur Gauselmann-Gruppe gehörenden Schloss Benkhausen in Espelkamp. Foto: dpa„Automatenkönig“ Paul Gauselmann vor dem zur Gauselmann-Gruppe gehörenden Schloss Benkhausen in Espelkamp. Foto: dpa

Espelkamp/Osnabrück. Weil mögliche Straftaten verjährt wären, eröffnet die Staatsanwaltschaft Essen kein Ermittlungsverfahren gegen den Glücksspiel-Unternehmer Paul Gauselmann. Der „Spiegel“ hatte im März von einem Verdacht der Manipulationsabsprache gegen den Chef der Gauselmann-Gruppe (Merkur) berichtet.

Die „Kreiszeitung“ aus Syke berichtet nun, die Essener Staatsanwaltschaft werde kein Ermittlungsverfahren gegen den Espelkamper Unternehmer eröffnen: „Es ist entschieden worden, von der Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Herrn Gauselmann abzusehen“, zitiert die Zeitung eine Sprecherin der Behörde. Der Grund: Etwaige Straftaten, zu denen Gauselman hätte anstiften können, wären verjährt. Ob es tatsächlich eine Anstiftung oder den Versuch dazu gab, sei für die Staatsanwaltschaft deshalb kein Thema.

Heikler Telefonmitschnitt

Auslöser war ein Mitschnitt eines 90-minütigen Telefonats zwischen Automatenhersteller Gauselmann und dem berüchtigten Zockerkönig Ali T., aus dem das Magazin „Spiegel“ im März zitiert hatte. Darin sei zu hören, wie Gauselmann T. darum gebeten habe, die Geräte des österreichischen Konkurrenten Novomatic zu manipulieren, schrieb das Blatt.

„Mit Genugtuung“ zur Kenntnis genommen

Die Gauselmann-Gruppe reagierte erfreut, nachdem bekannt geworden war, dass gegen Gauselmann nicht ermittelt wird: „Alle Verdächtigungen haben sich damit als haltlos erwiesen“, sagte Unternehmsprecher Mario Hofmeister einer Pressemitteilung zufolge. Man nehme das Ergebnis „mit Genugtuung“ zur Kenntnis. In seiner Mitteilung bestätigte das Unternehmen allerdings den Mitschnitt eines Gesprächs Gauselmanns mit „einem der jetzt Beschuldigten“. Ali T. war laut „Spiegel“ von Ermittlern banden- und gewerbsmäßiger Computerbetrug in der Glücksspielbranche vorgeworfen worden.

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