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1000 neue Arbeitsplätze Cuxhaven: Siemens baut riesige Fabrik für Offshore-Windräder

Von Alexander Klay

1000 neue Arbeitsplätze will Siemens in Cuxhaven schaffen: Dort baut der Industriekonzern für 200 Millionen Euro eine Fabrik für Offshore-Windräder. Foto: Siemens1000 neue Arbeitsplätze will Siemens in Cuxhaven schaffen: Dort baut der Industriekonzern für 200 Millionen Euro eine Fabrik für Offshore-Windräder. Foto: Siemens

Cuxhaven. Bis zu 1000 neue Arbeitsplätze will Siemens in der Küstenstadt Cuxhaven schaffen: Dort investiert der Industriekonzern 200 Millionen Euro in eine Produktionsstätte für Offshore-Windenergieanlagen.

Die Entscheidung für den Bau der Produktionsstätte in Cuxhaven verkündeten Siemens und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch. „Siemens hat die richtige Wahl getroffen“, sagte Lies. Die ersten Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen, die Produktion könne 2017 starten. Es handele sich um die größte Neuansiedlung in Niedersachsen seit Jahren, sagte der Minister.

Produktion bislang nur in Dänemark

Bislang baut Siemens seine Windräder für den Einsatz auf hoher See im dänischen Brande. Im Bereich der Offshore-Windenergie ist der Konzern momentan größter Hersteller und verfügt über die meisten Aufträge für die Ausstattung der geplanten Windparks vor der deutschen Nordseeküste. In der neuen Fabrik will Siemens auf einer Fläche von 24 Fußballfeldern Maschinenhäuser für eine neue Generation an Windturbinen fertigen. Diese sollen eine Leistung von bis zu sieben Megawatt erreichen. „Die Entscheidung, eine neue Fertigung in Cuxhaven zu bauen, ist ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland“, sagte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser.

Jahrelange Suche nach Standort

Über den Bau eines Produktionszentrums der Siemens-Windenergiesparte in Deutschland war bereits seit 2013 spekuliert worden. Als Standorte kamen Bremerhaven oder Cuxhaven in Betracht. Wegen anhaltender politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten beim Ausbau der Offshore-Windenergie verzögerte sich die Entscheidung immer weiter. (Weiterlesen: Minister Lies vermisst Unterstützung für Offshore-Windenergie)

Land investierte in Infrastruktur

Anders als die Stadt an der Wesermündung verfügt Cuxhaven bereits über die dafür nötige Infrastruktur. An einer Schwerlastkaje ist das Verladen der Offshore-Komponenten auf sogenannte Errichterschiffe möglich. Dafür wurde an der Mündung der Elbe eine neue Kaje gebaut und der Untergrund für das Verladen der mehrere Hundert Tonnen schweren Konstruktionen verdichtet. Hier hat das Land Niedersachsen über seine Hafengesellschaft N-Ports in den vergangenen Jahren noch unter der schwarz-gelben Landesregierung rund 160 Millionen Euro in den Ausbau des Hafens investiert. In Bremerhaven steht der Bau eines solchen Offshore-Terminals noch aus – die politische Diskussion darüber zieht sich wegen ungeklärter Finanzierungsfragen seit Jahren. (Weiterlesen: Nach Weserwind-Pleite in Bremerhaven 300 Millionen Euro offen)

Neue Hoffnung für Cuxhaven

Für Cuxhaven bedeutet die Ansiedlung von Siemens neue Hoffnung: Mit dem Niedergang des Offshore-Wind-Pioniers Bard aus Emden musste 2013 auch dessen Ableger Cuxhaven Steel Construction (CSC) schließen. Dort ließ das Unternehmen direkt am Ufer die 490 Tonnen schweren Gründungselemente für die Windkraftanlagen fertigen. 450 Beschäftige verloren ihren Arbeitsplatz. Zwischenzeitlich wollte sich der Baukonzern Strabag in Cuxhaven niederlassen um dort Fundamente für Offshore-Windräder zu bauen. Doch auch diese Pläne scheiterten. Wirtschaftsminister Lies hofft nun, dass mit Siemens weitere Betriebe der Zulieferindustrie den Weg nach Cuxhaven einschlagen.

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