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Flughafen Münster/Osnabrück FMO: Geschäft mit Ferienfliegern schrumpft um 18 Prozent

Von Christian Schaudwet

Flughafen Münster/Osnabrück: weniger Passagiere im ersten Halbjahr 2015. Foto: dpaFlughafen Münster/Osnabrück: weniger Passagiere im ersten Halbjahr 2015. Foto: dpa

Greven/Osnabrück. Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) hat in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich weniger Passagiere abgefertigt als im ersten Halbjahr 2014. Und die Probleme könnten zunehmen: Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank sagt Regionalflughäfen eine düstere Zukunft voraus.

Dank größerer Flugzeuge bei der Lufthansa und mehr Flügen bei Turkish Airlines ging es im Linienverkehr zwar aufwärts – hier sei das Geschäft um neun Prozent gewachsen, teilt das FMO-Management mit. Unterm Strich sank das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber um 7,9 Prozent auf 345506 Fluggäste.

Rückläufig war insbesondere das Geschäft mit den Touristen: 18 Prozent weniger Urlauber flogen vom FMO in die Ferien. Das lag nach Darstellung des Flughafenbetreibers einerseits an einem geschrumpften Angebot an Mallorca-Flügen, andererseits an kleineren Flugzeugen: Die Airline Germania fliegt viele Strecken, die früher von Air Berlin bedient wurden. Sie setzt den Airbus A319 mit 150 Plätzen ein. Mit der Boeing 737-800 von Air Berlin indes konnten 186 Passagiere reisen.

FMO erwartet steigende Zahlen im Winter

Für den Winter erwarte man wieder „deutlich steigende Fluggastzahlen“, heißt es in der Mitteilung des FMO. Die Lufthansa werde ihre Flüge nach München aufstocken, Germania wolle die Zahl ihrer Flüge nahezu verdoppeln.

Ob der FMO den seit Langem anhaltenden Abwärtstrend stoppen kann, dürfte sich auch auf die anstehende Gesellschafter-Entscheidung über die künftige Besetzung der Spitzenposition auswirken. Das Zukunftskonzept von FMO-Geschäftsführer Gerd Stöwer sieht eine jährliche Steigerung der Passagierzahlen um knapp vier Prozent vor.

Wachstum nur bei den Großen

Doch die Zukunft der Regionalflughäfen ist nach Ansicht von Branchenanalysten der Deutschen Bank düster: „Der Luftverkehr in Deutschland dürfte auch künftig vor allem an den großen Flughäfen wachsen“, heißt es in einer aktuellen Studie der Bank. Aber nur wenig spreche dafür, dass das Passagieraufkommen auch an Regionalflughäfen steige. Zuletzt habe der Verkehr dort insgesamt klar abgenommen. Damit lägen die Airports ihren kommunalen Eignern weiterhin auf der Tasche.

Die Autoren haben für ihre Studie den FMO und zwölf weitere Regionalflughäfen untersucht. Am besten ist es – den Passagierzahlen im Jahr 2014 nach zu urteilen – um den Flughafen Bremen bestellt. Der FMO belegte 2014 Platz acht und lag damit knapp vor Paderborn/Lippstadt.

Politischer Druck der EU

Die Bank prognostiziert steigenden politischen Druck auf die Regionalflughäfen. Ihr Geschäftsmodell könne durch EU-Vorgaben für staatliche Beihilfen stark unter Druck geraten. Zudem könnten „Diskussionen rund um die Schuldenbremse viele heutige staatliche Eigentümer von Regionalflughäfen dazu bewegen, ihre bisherige Förderpolitik zu überdenken“, heißt es in der Anfang Juli veröffentlichten Studie.

Lesen Sie Hintergrundberichte über den Flughafen Münster/Osnabrück: noz.de/fmo