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03.08.2015, 18:12 Uhr EDEKA UND KAISER‘S TENGELMANN

Nicht noch mehr Macht fürs Lebensmittel-Oligopol

Kommentar von Alexander Klay

Kommt wohl doch nicht in die Tüte: Bundeskartellamt und Monopolkommission sind gegen eine Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka. Foto: dpaKommt wohl doch nicht in die Tüte: Bundeskartellamt und Monopolkommission sind gegen eine Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka. Foto: dpa

Osnabrück. Nach dem Bundeskartellamt spricht sich nun die Monopolkommission gegen eine Übernahme von Kaiser‘s Tengelmann durch Edeka aus. Ein richtiger Schritt, meint unser Autor, der aber reichlich spät kommt. Nach Übernahmeexzessen in der Vergangenheit herrscht bereits ein Oligopol im Lebensmittel-Handel.

Viele Übernahme-Kandidaten gibt es im Lebensmittelhandel nicht mehr. Bis auf wenige regionale Größen wie Bünting aus Ostfriesland gliedert sich die Branche in vier Blöcke: Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Edeka und Rewe. Sie haben Plus, Netto und Marktkauf geschluckt, Extra und Ratio.

Da gleicht das Aufbäumen des Bundeskartellamtes und der Monopolkommission gegen die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Marktführer Edeka einer letzten, symbolischen Schlacht: Endlich wird der jahrelangen Marktkonzentration Einhalt geboten. Der Widerspruch kommt zu Recht. Zu lange haben die Wettbewerbshüter weggeschaut. Zwar waren die Übernahmeexzesse für die Kunden wohl eher unschädlich. Nie gab es mehr Rabatte als heute.

Aber es gibt Geprellte. Dazu kommt auch die Monopolkommission in ihrem Gutachten. Die Lieferanten sind dem massiven Druck des Oligopols um Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe ausgeliefert. Einen Lieferstopp, wie ihn Hersteller kürzlich bei der Supermarktkette Real wagten, würden sie sich wohl kaum bei den Platzhirschen trauen.

Den Großen noch mehr Macht zu ermöglichen wäre daher ein fatales Signal – Tengelmann wird sich nach einem anderen Käufer umsehen müssen.


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