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02.08.2015, 18:10 Uhr MEHR STANDBEINE NÖTIG

Gesetze der Marktwirtschaft gelten auch für Milchbauern

Kommentar von Alexander Klay

Was hilft gegen sinkende Milchpreise? Die Landwirte müssen sich den Regeln der Marktwirtschaft unterwerfen, meint unser Kommentator.Was hilft gegen sinkende Milchpreise? Die Landwirte müssen sich den Regeln der Marktwirtschaft unterwerfen, meint unser Kommentator.

Osnabrück. Mehr Export soll es richten, die fallende Milchpreise wieder steigen lassen: Mit dieser Aussage macht es sich Agrarminister Christian Schmidt (CSU) zu leicht, meint unser Kommentator. So müssen sich die Landwirte vor allem den Regeln der Marktwirtschaft unterwerfen, wenn sie auf dem Weltmarkt mitspielen wollen.

Da ist sie wieder: die Milchkrise. Wie schon vor sechs Jahren können die Landwirte ihre Kosten nicht mehr decken. Die Gründe sind vielfältig: das russische Importverbot für Agrarprodukte aus der EU, sinkende Nachfrage aus europäischen Krisenländern und obendrein eine steigende Produktion. Der Preisrutsch war unausweichlich.

Doch einfach nur das Heil in einem weiter steigenden Export zu suchen ist falsch. Mit dieser Aussage macht es sich Agrarminister Christian Schmidt zu leicht. So muss etwa ein Mittel gegen ruinösen Wettbewerb durch Überproduktion gefunden werden – auch ohne eine Neuauflage der Milchquote.

Sicher, ein Bauernhof ist keine Fabrik. Landwirten ist zugutezuhalten, dass sie die Milchproduktion nicht einfach drosseln können. Kühe lassen sich nicht in Kurzarbeit schicken. Gegen das Überangebot lässt sich nur langfristig etwas tun. Wenn aber deutsche Milchbetriebe, wie vom Bauernverband gefordert, auf dem Weltmarkt mitmischen wollen, müssen sie sich dessen Spielregeln unterwerfen.

Das muss nicht unbedingt ein weiteres Wachstum um jeden Preis bedeuten – sondern mehr unternehmerische Weitsicht. Für hoch spezialisierte Milchbetriebe könnte das etwa bedeuten, sich wieder breiter aufzustellen. Wenn es in einem Bereich schlecht läuft, kann es ein anderer richten. Hier sollte Agrarminister Schmidt ansetzen.


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