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Gegengutachten vorgelegt Eiswerk Recke: Betriebsrat stemmt sich gegen Schließung

Werbedarstellung von DMK-Eisprodukten. Foto: DMKWerbedarstellung von DMK-Eisprodukten. Foto: DMK

Recke/Osnabrück. Die Betriebsräte des DMK-Eiswerks in Recke nordwestlich von Osnabrück wollen sich nicht mit der geplanten Schließung abfinden. In einem nun vorgelegten Gutachten zweifeln sie die Gewinnberechnungen des Deutschen Milchkontors (DMK) an.

Die Konzernmutter DMK richte „ungewöhnlich hohe Renditeerwartungen“, an die Eissparte mit ihren fünf Produktionsstandorten, zitiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in der Region Münsterland (NGG) eine Kernaussage des Gutachtens. Dabei führen Recke und die anderen Standorte in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern „schon jetzt ordentliche Gewinne“ ein. Mit Investitionen seien diese Gewinne auch langfristig haltbar, eine Schließung des Werks Recke sei nicht notwendig, kritisiert die NGG. Weitere DMK-Eiswerke stehen unter anderem in Nürnberg, Waldfeucht-Haaren (NRW) und Prenzlau (Brandenburg).

Aufsichtsratssitzung am 10. August

Betriebsräte und NGG fordern, dass das das Konzept nicht wie geplant am 10. August während einer Aufsichtsratssitzung verabschiedet wird. Stattdessen solle die Geschäftsführung sich „maßvolle Wachstumsziele setzen“.

Die Molkereigenossenschaft DMK hatte den Mitarbeitern in Recke im Mai ihre Schließungspläne dargelegt. Bis Ende 2015 soll der frühere „Sanobub“-Standort im Kreis Steinfurt dicht gemacht werden – 125 Stammarbeiter und bis zu 100 Saisonkräfte verlieren dann ihre Arbeitsplätze. Über das endgültige Aus für das Werk muss jedoch noch der Aufsichtsrat der Genossenschaft befinden. Die Eis-Sparte des Deutschen Milchkontors hat Berichten zufolge jahrelang Verluste geschrieben.

NGG räumt Modernisierungsbedarf ein

Die NGG räumt ein, dass am Standort Recke Modernisierungsbedarf bestehe. Doch die Geschäftsführung habe in ihrem Konzept keine betriebswirtschaftliche Vergleichsrechnung angestellt, die eine Unwirtschaftlichkeit belege. „Für eine ungewöhnlich hohe Renditeerwartung der Konzernmutter in Bremen sollen nun 200 Familien mit Arbeitslosigkeit konfrontiert werden“, kritisiert Mohamed Boudih, der Geschäftsführer der NGG Münsterland, die Schließungspläne.

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