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Niedersachsen fordert Hilfsfonds Milchquote: Bauern müssen 309 Millionen Euro Strafe zahlen

Das letzte Jahr der Milchquote kommt Bauern teuer zu stehen. Es fällt eine Rekord-Superabgabe von 309 Millionen Euro an. Foto: dpaDas letzte Jahr der Milchquote kommt Bauern teuer zu stehen. Es fällt eine Rekord-Superabgabe von 309 Millionen Euro an. Foto: dpa

Osnabrück. Das letzte Jahr der Milchquote kommt die deutschen Bauern teuer zu stehen. Wegen Überlieferung in Höhe von 1,11 Millionen Tonnen sind Strafzahlungen in Höhe von 309 Millionen Euro angefallen. Aus Niedersachsen kommt jetzt eine Idee, was mit dem Geld geschehen sollte.

Landesagrarminister Christian Meyer (Grüne) forderte, „die Sonderabgabe in Millionenhöhe in einen Milchtopf fließen zu lassen“. Seiner Ansicht nach befindet sich derzeit zu viel Milch auf dem Markt, was den Preis ins Bodenlose treibe. Bauern, die jetzt freiwillig die Milchmenge reduzierten, sollten dafür Ausgleichszahlungen aus dem Topf der EU erhalten. Meyer warf der Bundesregierung vor, sie unternehme zu wenig, um die Bauern in der derzeitigen Tiefpreisphase zu unterstützen: „Leider weigert sich Bundesagrarminister Christian Schmidt weiter, den Milchbauern wirksam zu helfen.“ (Weiterlesen: Niedersachsens Bauern erwarten Rekordstrafe)

Bauernverband: Neue Exportmärkte öffnen

Am Donnerstag hatte auch der Deutsche Bauernverband (DBV) Unterstützung von der EU gefordert. Europaweit sind nach DBV-Angaben Strafzahlungen in Höhe von 900 Millionen Euro wegen Überlieferung angefallen. Allerdings verweist der Verband darauf, dass seit Auslaufen der Milchquote am 1. April 0,3 Prozent weniger Milch in Deutschland produziert worden sei als im Vorjahreszeitraum.

„Angesichts des gedrosselten Wachstums wird offensichtlich, dass der derzeitige Preisdruck im Wesentlichen im Wegfall des wichtigen Exportmarktes Russland begründet liegt“, hieß es dazu in einer Mitteilung. Der Verband fordert seit Wochen, neue Exportmärkte für europäische Milch etwa in Asien zu erschließen. Russland hatte erst kürzlich den Import-Stopp für Agrarprodukte aus der EU verlängert. (Weiterlesen: Bauernverband fordert: Russland-Embargo überprüfen)

EU: Einnahmen fließen in Direktzahlungen

Nach Auskunft der EU-Kommission fließen die Einnahmen aus der Milchquote in den sogenannten Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft. Aus diesem werden unter anderem die Direktzahlungen für Bauern gespeist.

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