Ein Bild von Alexander Klay
22.05.2015, 20:45 Uhr ENTLASSUNGEN IN WEITEREN BETRIEBEN

Personalabbau bei KME: Tiefe Einschnitte für Osnabrück

Kommentar von Alexander Klay

Personalabbau beim Kupferverarbeiter KME in Osnabrück: Der Wirtschaftsstandort Osnabrück gerät unter Druck. Foto: Philipp HülsmannPersonalabbau beim Kupferverarbeiter KME in Osnabrück: Der Wirtschaftsstandort Osnabrück gerät unter Druck. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Zwar fällt der Personalabbau beim Kupferverarbeiter KME geringer aus als zwischenzeitlich befürchtet, doch das ist kein Trost für die 340 Betroffenen. Zusätzlich gerät der Wirtschaftsstandort Osnabrück unter Druck, merkt unser Kommentator an: In diesem Jahr stehen in weiteren größeren Betrieben der Region Entlassungen an, wie sich in dieser Woche etwa bei Coca-Cola zeigte.

Nach anderthalb Jahren des Bangens herrscht beim Kupferverarbeiter KME jetzt Gewissheit. 340 Mitarbeiter müssen gehen. Nach teilweise jahrzehntelanger Tätigkeit verlieren sie ihren Arbeitsplatz.

Das einzig Gute daran: Es kommt nicht so schlimm, wie es zwischenzeitlich aussah. Im Raum stand die Zahl von mehr als 400 Entlassungen. Für die Betroffenen ist das aber kein Trost.

Nach dem Personalabbau muss der Kupferverarbeiter alles daransetzen, ein solides Fundament für eine positive Geschäftsentwicklung zu schaffen. Die verbleibenden Mitarbeiter brauchen erkennbare Signale, dass es bei KME nicht zu weiteren Einschnitten kommt. Ansonsten droht dem Unternehmen wohl eine Erosion der Belegschaft.

Zudem sind die Wirtschaftsförderer der Region gefragt: Neben den Stellenstreichungen bei KME gaben erst in dieser Woche Coca-Cola und das Deutsche Milchkontor das Aus von Werken in der Region mit insgesamt 350 Mitarbeitern bekannt. Genauso viele Arbeitsplätze gehen in Osnabrück durch die Schließung des Wellpappenherstellers Smurfit Kappa Kawell und einen Abbau beim Cabriodach-Produzenten Valmet Automotive verloren. Die Entscheidungen der multinationalen Konzerne sind tiefe Einschnitte für den Wirtschaftsstandort. Und den Arbeitnehmern müssen dringend Perspektiven aufgezeigt werden.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN