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Kündigungen und Versetzungen Personalabbau: KME streicht 340 Stellen in Osnabrück

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Kundgebung gegen Stellenstreichungen bei KME: Im November 2014 demonstrierten mehr als 1000 Mitarbeiter vor dem Werkstor. Foto: Michael GründelKundgebung gegen Stellenstreichungen bei KME: Im November 2014 demonstrierten mehr als 1000 Mitarbeiter vor dem Werkstor. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Nach anderthalb Jahren der Spekulationen haben die Mitarbeiter beim Osnabrücker Kupferverarbeiter KME Gewissheit: 340 Stellen werden gestrichen, Kündigungen sind laut Geschäftsleitung nicht zu vermeiden. Darüber hat die Geschäftsleitung die Belegschaft soeben auf einer Versammlung informiert.

Von dem Personalabbau sind laut Geschäftsleitung alle Bereiche betroffen, von der Produktion bis zur Verwaltung. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht zu vermeiden. „Um den Standort Osnabrück wieder wettbewerbsfähig zu machen, ist dieser Schritt unvermeidbar“, sagte Ulrich Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Wir wissen, dass jede Kündigung – gleich wen sie trifft – eine harte Entscheidung für den einzelnen Mitarbeiter und seine Familie ist“, betonte er. Um den Standort zu sichern, habe KME jedoch keine andere Wahl. (Alle Hintergründe zu KME in Osnabrück auf unserer Themenseite)

Mitarbeiter demonstrierten gegen Entlassungspläne

Wegen ausbleibender Aufträge und einer angespannten finanziellen Situation mussten die Mitarbeiter in der Vergangenheit bereits auf Teile ihres Einkommens verzichten. Im November 2013 wurde schließlich bekannt, dass 350 Mitarbeiter oder mehr ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Es folgte eine anderthalbjährige Analyse, zwischenzeitlich war hinter den Kulissen in Sachen Personalabbau auch eine deutlich höhere Zahl zu hören. Bei mehreren Kundgebungen demonstrierten jeweils mehr als 1000 Mitarbeiter gegen die drohende Entlassungswelle.

Bis ins Jahr 2017 soll KME nun wieder rentabel arbeiten. Für die betroffenen Mitarbeiter habe die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat bereits über einen Sozialplan gesprochen. Details dazu wurden am Freitag noch nicht bekannt.

Verunsicherte Mitarbeiter

Verhaltene Stimmung unterdessen vor dem Werkstor. „Es halten sich alle zurück, letztendlich kann es jeden treffen“, sagt ein Mitarbeiter, der gerade von der Betriebsversammlung kommt. Er arbeitet seit 20 Jahren bei KME in der Sonderfertigung. Für wen es bei dem Kupferverarbeiter eine Zukunft gibt, sei schwer zu sagen, erzählt ein anderer. Nur wenige Details seien auf der Versammlung bekannt geworden. So sollen in der kommenden Woche Gespräche mit den über 60-Jährigen über den Wechsel in die Transfergesellschaft PMB beginnen.

Rohrproduktion kommt ins Sauerland

Während es in Osnabrück zum Abbau von 340 der insgesamt rund 2200 Arbeitsplätze kommt, sollen im Werk Menden im Sauerland durch die Verlegung der Rohrproduktion 40 neue Stellen geschaffen werden. Diese sollen, so der Plan der KME-Manager, vorrangig mit Personal aus Osnabrück besetzt werden.


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