225 Mitarbeiter betroffen DMK schließt „Sanobub“-Eiswerk in Recke

Von Alexander Klay

Eiskremproduktion beim Deutschen Milchkontor. Foto: DMKEiskremproduktion beim Deutschen Milchkontor. Foto: DMK

Recke. Das Deutsche Milchkontor (DMK) räumt in seiner Eis-Sparte auf. Betroffen ist davon das Werk in Recke im Tecklenburger Land: Bis Ende 2015 wird der frühere „Sanobub“-Standort geschlossen – 125 Stammarbeiter und bis zu 100 Saisonkräfte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Die Geschäftsführung hat die Belegschaft am Donnerstag über die Pläne informiert. Die Milch-Genossenschaft führt wirtschaftliche Gründe für die geplante Standortschließung in Recke an. Über das endgültige Aus für das Werk in Recke muss jedoch noch der Aufsichtsrat der Genossenschaft befinden. Die Eis-Sparte des Deutschen Milchkontors habe Berichten zufolge jahrelang Verluste geschrieben. (Weiterlesen: Sorge um DMK-Eiswerk in Recke)

Weiterer Standort muss schließen

Bereits vor einem Jahr leitete die Genossenschaft eine Analyse zur Zukunft ihres Eisgeschäfts ein. Jetzt steht offenbar der Plan, wie es weitergeht. „Dafür müssen wir die Effizienz in der Eisproduktion deutlich steigern“, sagte Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung. Neben dem Werk in Recke fällt den Plänen auch der Standort in Nürnberg bis Ende 2017 mit weiteren 200 Mitarbeitern in der Stammbelegschaft zum Opfer. Im Gegenzug werde ein zweistelliger Millionenbetrag in den Ausbau der Standorte Waldfeucht-Haaren (bei Aachen), Everswinkel (bei Münster) und Prenzlau (bei Berlin) investiert. Aktuell zählt DMK Ice Cream 1150 Mitarbeiter. (Weiterlesen: Deutsches Milchkontor mit Gewinneinbruch)

„Wie in Schlag ins Gesicht“

Für die Beschäftigten will DMK nach eigenen Angaben sozialverträgliche Lösungen finden, oder ihnen neue Arbeitsplätze an anderen Standorten anbieten. „Die Nachricht trifft die Kolleginnen und Kollegen wie ein Schlag ins Gesicht“, sagt Mohamed Boudih, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Münsterland. „Sie haben über viele Jahre mit großem Einsatz und extremer Flexibilität dafür gesorgt, dass gute Eisprodukte hergestellt werden konnten, die stets ihre Abnehmer am Markt gefunden haben.“

Betriebsrat will Gutachter einschalten

Boudih zufolge seien notwendige Investitionen und Modernisierungen in Recke vernachlässigt worden. Er kündigte an, dass Gewerkschaft und Betriebsrat die beabsichtigte Schließung prüfen wollen. Dazu werde vom Betriebsrat ein unabhängiger Gutachter beauftragt.

DMK Ice Cream ist auf dem deutschen Markt die Nummer zwei. An der Spitze steht das Osnabrücker Unternehmen R&R Icecream. Im Nordwesten beschäftigt das DMK auf dem Milchhof in Georgsmarienhütte rund 340 Mitarbeiter, im Emsland im Milchpulver-Werk in Beesten 85 Mitarbeiter, in Neubörger etwa 115 Menschen in der Joghurtproduktion.

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