Niedersachsens Einnahmen sinken Weniger Erdgas und Erdöl aus Deutschland

Von Joachim Göres

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Erdölförderung von Wintershall bei Emlichheim in der Grafschaft Bentheim. Foto: Christian SchaudwetErdölförderung von Wintershall bei Emlichheim in der Grafschaft Bentheim. Foto: Christian Schaudwet

Hannover. Die Erdgas- und Erdölförderung in Deutschland hat im Jahr 2014 nach den neuesten Zahlen des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) abgenommen. Danach sank im vergangenen Jahr die inländische Erdgasproduktion auf 9,1 Milliarden Kubikmeter (2013: 9,7 Milliarden).

Das in Deutschland geförderte Erdgas trug zu zwölf Prozent zum heimischen Verbrauch bei. Mit 2,4 Millionen Tonnen ging auch die Erdölproduktion zurück (2013: 2,6 Millionen). Die Menge macht rund drei Prozent des deutschen Verbrauchs aus. Von der Förderabgabe, die die Produzenten zahlen müssen, profitierte 2014 das Land Niedersachsen mit 474 Millionen Euro Einnahmen. Im Vorjahr lag diese Summe mit 663 Millionen Euro allerdings noch deutlich höher.

96 Prozent des Erdgases wird in Niedersachsen gewonnen. Die größten Felder sind Völkersen (Landkreis Verden), Goldenstedt-Oythe (LK Vechta), Bötersen, Söhlingen, Hemsbünde (alle LK Rotenburg) und Siedenburg (LK Diepholz). Beim Erdöl beträgt der Anteil Niedersachsens 34 Prozent. Die größten Vorkommen in Niedersachsen befinden sich westlich der Ems in Emlichheim und Rühlermoor -Valendis. Das meiste deutsche Erdöl wird im Erdölwerk Holstein in Heide gelagert, gefolgt von der Erdöl-Raffinerie Emsland in Lingen.

Rund 10 000 Beschäftigte arbeiten bei den WEG-Mitgliedern, zu denen die GDF Suez E&P Deutschland aus Lingen, die Geo Service aus Georgsdorf sowie die Bentec und die KCA Deutac Drilling aus Bad Bentheim gehören. Erstmals seit zehn Jahren ging 2014 die Zahl der in der Branche arbeitenden Menschen zurück. Anfang dieses Jahres hat sich die Situation durch Kurzarbeit und Entlassungen in der Zulieferindustrie verschärft.

Angesichts niedriger Energiepreise wird weniger in Bohrungen investiert, zudem wirkt sich der Russland-Boykott für die Zulieferer der Bohrfirmen negativ aus. Negative Folgen für ihre Branche hätten laut WEG auch die verzögerten Genehmigungen für die Erschließung neuer Lagerstätten.


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