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Ex-Firmenchef Rainer Thieme: Verletzte Ehre Unterlassung: Karmann-Buch wird nicht mehr verkauft

Sieht sich angegriffen: Rainer Thieme. Foto: Gert WestdörpSieht sich angegriffen: Rainer Thieme. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Das neue Buch „Die Karmann-Story“ wird im Moment nicht mehr verkauft. Der Bielefelder Verlag Delius Klasing hat einer Unterlassungerklärung zugestimmt und den Buchhandel aufgefordert, das seit Mitte des Monats erhältliche Werk aus den Regalen zu nehmen.

Grund für den Schritt: Rainer Thieme, ehemaliger Chef des Osnabrücker Autobauers, sieht in der Darstellung seiner Rolle für die Zeit seiner Geschäftsführung bei Karmann (1990–2002) und darüber hinaus in dem Buch des Automobilhistorikers Bernd Wiersch (Verlag Delius Klasing, Bielefeld) eine Reihe falscher Tatsachenbehauptungen.

Auf Ebay wird das Buch noch angeboten

Der Verlag hat das Buch inzwischen von seiner Website verbannt. Auch auf amazon.de ist es nicht mehr gelistet. Auf Ebay war das Buch am Dienstagvormittag noch im Angebot. Inzwischen hat der Verkäufer auch dort das Angebot beendet.

Rainer Thieme fühlt sich in seiner Ehre verletzt

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte er am Montag, er fühle sich in seiner Ehre „verletzt“. Die Veröffentlichung habe sein „Ansehen in der Öffentlichkeit“ beschädigt. Er zeigte kein Verständnis für die Arbeit des Autors, der sich bei der Recherche zu seinem Buch bei ihm als Zeitzeugen leider nicht in Osnabrück gemeldet habe.

Nach Ansicht von Thieme ist es völlig unverständlich, wie es zur Herstellung eines Zusammenhanges seiner Tätigkeit als Karmann-Chef und der sieben Jahre nach seinem Ausscheiden erfolgten Insolvenz kommen konnte. Thieme, der aus Altersgründen bei Karmann ausschied, ist sich sicher: „Mit mir als Chef hätte es keine Insolvenz gegeben.“ Thieme erwartet vom Verlag und dem Autor jetzt zumindest eine Entschuldigung.

Was war die Ursache für die Karmann-Insolvenz

Der ehemalige Karmann-Chef bezieht sich auf Passagen in dem Buch, in denen Wiersch eine angebliche Klage des Hauses Karmann gegenüber Porsche beschreibt, die mit ursächlich für die spätere Karmann-Insolvenz gewesen sei. Das Gegenteil sei der Fall, beschreibt Thieme: das Haus Porsche habe in den 1990er-Jahren Karmann verklagt. Es ging um die sogenannte Z-Faltung eines Cabrioletverdeckes, auf die Karmann damals internationale Patente hielt und die Porsche später für sein Modell Boxster verwendete. Durch diese immer wieder falsch dargestellte Tatsache hätten er und sein Team „in all diesen Jahren nur still gelitten“.

Veränderte Auflage im April?

Ein Sprecher des Verlages nannte die Entwicklung „sehr bedauerlich“. Nach unseren Informationen bereitet der Verlag eine veränderte Auflage für Ende April vor.


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