Neuausrichtung gut für Aussteller Cebit 2015: Regionale Unternehmen aus Nordwesten zufrieden

Von Christian Ströhl


Hannover. Die regionalen Aussteller aus dem Nordwesten geben zum Bergfest der Cebit fast ausschließlich eine positive Rückmeldung. Zwar bleibe der große Ansturm bei den meisten Unternehmen aus. Dafür seien die Besucher, die kämen, aber vom Fach und gut für das Geschäft.

Die Firma ENO aus Nordhorn ist als nordwestdeutsche Firma auf dem „Planet Reseller“ vertreten, einem Fachhandelsforum für den ITK-Fachhandel. PR-Frau Susanne Ramaker sieht darin die „perfekte Plattform, um sowohl Kunden, als auch Interessenten und Lieferanten zu treffen.“ Ihre Firma ist Großhändler für nahezu alles, was einen Computerchip hat. Ein großer Trend auf dem ENO-Stand war „SmartHome“ , also das kluge Haus, das etwa das Wohnzimmer anwärmt, kurz bevor der Bewohner nach Hause kommt. Damit bedient ENO ein Hauptthema der Cebit: das Internet der Dinge.

Uni stellt Navi-Gürtel vor

Silke Kärcher, technische Mitarbeitern der Universität Osnabrück, freut sich über viel positive Resonanz zu ihrem Produkt. Das Team der Uni stellt auf der Cebit einen „Navigationsgürtel“ her, der insbesondere Seh- oder Hörgeschädigten bei der Orientierung helfen soll. Der Gürtel zeigt mit 32 Vibrationsmotoren die Richtung an, in der das Ziel des Trägers liegt. „Das Kribbeln muss am Bauchnabel sein“, erklärt Kärcher. Es ergebe sich daraus ein „Führstrahl“, durch den der Gürtel stets den richtigen Weg weise.

Firmen arbeiten an E-Akte

Der Trend „Big Data“ findet sich vor allem in Verwaltungssystemen wieder. Die Meppener Firma Codia Software stellt zusammen mit der Osnabrücker Net-Com AG und Itebo (Informationstechnologie Emsland Bentheim Osnabrück) in Halle 7 aus, dem „Public Sector Parc“. Laurenz Stecking von Codia sorgt mit seiner Firma für „das papierlose Büro in der Kommunalverwaltung“. Er berichtet über eine „riesige Nachfrage“, gerade weil die Bundesregierung im Jahr 2013 das sogenannte „E-Gouvernment-Gesetz“ verabschiedete. Danach sollen die Voraussetzungen für zeit- und ortsunabhängige Verwaltungsdienste bis 2020 geschaffen werden, also die Verwaltung digitalisiert werden. „Für uns ist das lohnenswert“, freut sich Stecking. Auch die Net-Com AG arbeitet laut Vertriebsleiter Ralf Kamowski „für Städte, Kommunen, Landkreise und Gemeinden“. Die Firma stellt Internetportale her, auf denen Bürger etwa Behördengänge online erledigen können. Dieses Angebot sei sehr gefragt und Kamowski renne „von einem Gespräch zum anderen“. Es seien alles feste Termine, denn Laufkundschaft sei selten dabei. Demnach sei die Neuausrichtung der Cebit zur reinen Business-Messe eine gute Entscheidung gewesen. Ein Eindruck, den auch Ralf Hörnschemeyer von Itebo bestätigt. „Es sind zwar weniger Gespräche als sonst, diese sind dafür aber erfolgreich“, bilanziert er zur Halbzeit der Cebit.

Riesige Motoren ausgestellt

Imposant ist der Messeauftritt der der Wallenhorster Firma „Anlagenbau Andreas Pörschke“. Das Unternehmen stellt Blockheizkraftwerke und Notstromaggregate her. Einige der riesigen Maschinen sind auf dem Stand zu betrachten, locken Besucher an und dienen als Fotohintergrund. Trotzdem blickt Betriebsleiter Andreas Pörschke mit gemischten Gefühlen auf die Messe. Nach einem „schwachen Start“ seien im Laufe der Tage einige Geschäfte angeschoben worden. „Wir gehen auf die Cebit, um den weltweiten Markt zu erobern“, erklärt er. Der deutsche Markt sei „extrem rückläufig“. Der Schwerpunkt der Cebit, Industrie 4.0, beeindruckt Pörschke wenig. „Das haben wir schon vier Jahre, 4.0 ist im Grunde genommen Standard“, sagt er. „Jeder hat heute Fernüberwachung.“

Plattform für Händler

Mit der Händlerplattform „Cross Market Places“ will die gleichnamige Firma aus Osnabrück den Einzelhandel beleben. Hinter ihr steht die Werbeagentur „Avency“ aus Telgte und der Anbieter von Verrechnungssoftware, „bill-X“, deren Geschäftsführer die gleiche Position bei „Cross Market Places“ bekleiden. Nach dem Motto „Gegen leere Innenstädte haben wir was“ stellt die Firma eine Software vor, mit der Händler die Möglichkeit erhalten, „spontan Angebote für andere Händler zu erstellen“ sowie deren Produkte mit zu verkaufen. Ludwig Storch von „bill-X“ nutzt die Cebit vor allem, um Netzwerke zu knüpfen. Er kommt „auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder.“ Andreas Hamsen, Account Manager von Hansalog aus Ankum, sieht es ähnlich. „Die Präsenz ist wichtig“, sagt er. Auch für Stefan Schwane, Business-Manager der Osnabrücker „d.velop process solutions GmbH“ ist die Cebit „ein interessantes Pflaster“ - regional wie überregional. Seine Firma betreut die kaufmännischen Verwaltungssysteme, die von der Konzernmutter „d.velop“ hergestellt werden. „Der Schwerpunkt auf Fachbesucher spielt uns in die Karten“, sagt Frank Schnittker, Marketing Editor der „d.velop AG“.


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