Zentrale Autoglas in Melle wächst stark Schnell zurück auf die Straße

Von Alexander Klay

Spezialisiert auf Busscheiben: Die Zentrale Autoglas aus Melle ist auch in Österreich vertreten. Foto: Zentrale AutoglasSpezialisiert auf Busscheiben: Die Zentrale Autoglas aus Melle ist auch in Österreich vertreten. Foto: Zentrale Autoglas

Melle. Egal, wo die Panne auftritt: Es muss schnell gehen. „Wenn es sein muss, sind wir in einer halben Stunde startklar und fahren nach Barcelona oder London“, sagt Vertriebsmanager Christopher Fleck. Den Kunden der Zentrale Autoglas wird europaweit geholfen.

Jedoch dreht sich bei dem Unternehmen mit Sitz in Melle längst nicht mehr alles um das Auto – von 18 weiteren Standorten in Deutschland und Österreich aus sind mobile Teams unterwegs, die kaputte Busscheiben reparieren oder austauschen. Nur in Melle werden auch beim Pkw neue Scheiben eingesetzt.

In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen deutlich gewachsen. Gegründet vor 27 Jahren, ist die Zentrale Autoglas seit 2008 bundesweit tätig. Aktuell macht die Firma um die Geschäftsführer Josef Närmann und Peter Wilhelmstroop weitere große Schritte nach vorne. Einer der großen Konkurrenten hat das Feld geräumt – Carglass, bekannt für Reparaturen und Austausch von Autoscheiben, hat das Geschäft mit Bussen im Oktober 2014 eingestellt. Das sorgte in Melle für einen Schub: Die Firma sicherte sich etliche Kunden und Fachkräfte des ehemaligen Konkurrenten. Die Mitarbeiterzahl stieg in den vergangenen Monaten von 120 auf 150 Beschäftigte. Am Sitz in Melle arbeiten 45 Menschen.

Die Typenvielfalt beim Busglas ist annähernd so groß wie im Pkw-Bereich. „Das ist gut und schlecht zugleich“, sagt Fleck. Einerseits nehmen die vielen großen und bis zu 100 Kilogramm schweren Scheiben große Lagerkapazitäten in Anspruch. Andererseits kann das eben nicht jeder bieten. 8000 Stück hat das Unternehmen allein in Melle auf Vorrat.

Einen Großauftrag hat sich die Zentrale Autoglas im vergangenen Herbst gesichert. Für die nächsten zwei Jahre sind die Melleraner für den Glasservice bei den Busgesellschaften der Deutschen Bahn zuständig – es geht um 5000 Fahrzeuge.

In Gütersloh ist dafür ein zusätzliches Büro zur Disposition geschaffen worden, hinzu kamen fünf weitere Lager. Perspektivisch soll auch die Zentrale am Stadtrand von Melle wachsen. Eine neue Halle ist angedacht, konkrete Planungen laufen aber noch nicht.

Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 15 Millionen Euro, es wird mit deutlichen Zuwächsen gerechnet. Grundsätzlich will der Spezialist für Busglas das Geschäft zunächst auf aktuellem Niveau halten, um beim Organisatorischen nachzuziehen.

Ein Geschäftsfeld startet unterdessen durch: Der Scheibenservice für Wohnmobile. Eine dreiköpfige Einheit hat eine eigene Abteilung gebildet und belebt diesen Bereich. „Das geht gut voran“, sagt Fleck.