Meppener Maschinenbauer Hedelius: Der deutsche Markt hat Priorität

Von Siegfrid Sachse

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Mitarbeiterzahl erhöht: Bei Hedelius in Meppen arbeiten inzwischen fast 180 Menschen. Foto: HedeliusMitarbeiterzahl erhöht: Bei Hedelius in Meppen arbeiten inzwischen fast 180 Menschen. Foto: Hedelius

Meppen. Noch vor einem Jahr hatten die deutschen Werkzeugmaschinenbauer für das Jahr 2014 ein Wachstum von etwa drei Prozent prognostiziert. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft sowie die weltweiten Krisenherde dämpften jedoch die Investitionsbereitschaft der heimischen Wirtschaft, sodass das ursprünglich vorausgesagte Produktionsplus verfehlt wurde. Da inzwischen auch neue Konkurrenten aus Korea am Markt mitmischen, hat sich die Wettbewerbslage in der Branche weiter verschärft.

Zu den Unternehmen, die sich dennoch gut behaupten konnten, gehört die im Familienbesitz befindliche Hedelius Maschinenfabrik in Meppen. Laut Geschäftsführer Dennis Hempelmann war 2014 für das Unternehmen, das sich auf die Serienproduktion von Bearbeitungsmaschinen konzentriert hat und sich in Teilbereichen als europäischer Marktführer sieht, zwar kein Spitzenjahr. Mit einem Umsatz von 40,3 (2013: 36,2) Millionen Euro verlief das vergangene Jahr jedoch besser als erwartet.

Dies trifft auch für die Ertragslage zu, denn das Betriebsergebnis wurde um etwa 30 Prozent gesteigert. Dadurch liegt die Eigenkapitalquote mit 74 Prozent deutlich über dem Branchenschnitt.

Der Export trug mit etwas über 20 Prozent zum Umsatz bei, wobei sich das Unternehmen auf Länder der Europäischen Union konzentriert. Aber auch die Türkei zählt zum Kundenkreis. Ambitionen hat Hedelius ferner in Russland, jedoch liegt dieser Markt nach Angaben von Hempelmann wegen der vom Westen verhängten Sanktionen zur Zeit brach. Dem Firmenchef zufolge werde man jedoch am russischen Markt festhalten. Es gebe „reichlich Anfragen“, deren Realisierung wegen der aktuellen politischen Entwicklung nicht möglich sei, hieß es.

Ohnehin hat der deutsche Markt für das Meppener Unternehmen absolute Priorität. Stärkster Umsatzträger ist mit 70 Prozent der klassische Maschinenbau, der Rest entfällt auf Werkzeug- und Formenbau.

Den kommenden Monaten sieht die Führungsspitze, zu der neben Dennis Hempelmann auch Rainer Korte und Gerhard Hempelmann sowie dessen Bruder Jürgen Hempelmann gehören, mit Optimismus entgegen. Insbesondere durch die Entwicklung neuer Produkte, die vom Markt positiv aufgenommen werden, wird für 2015 ein Umsatzplus von zehn Prozent anvisiert. Die stärksten Impulse werden am Inlandsmarkt erwartet. Im Hinblick auf die erwartete Erholung des Marktes wurde die Belegschaft von 165 auf aktuell 178 Personen aufgestockt. Hempelmann zufolge würden von den Kunden immer kürzere Lieferzeiten gefordert. Hedelius sieht sich dadurch gezwungen, zunehmend auf Lager zu produzieren.

Der Zukunftssicherung dient der Bau eines Vorführ- und Schulungszentrums am Sitz in Meppen, das in der zweiten Aprilhälfte eröffnet werden soll. Das 1,2 Millionen Euro teure Gebäude umfasst 1800 Quadratmeter Hallen- und 500 Quadratmeter Bürofläche.

Nach Auffassung des Meppener Bürgermeisters Helmut Knurbein beherbergt die Stadt mit der Hedelius Maschinenfabrik seit fast 40 Jahren ein innovatives Familienunternehmen mit einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte. Hinter dem Qualitätsversprechen „Made in Germany – Made by Hedelius“ stünden fast 200 hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Für die Stadt Meppen sei Hedelius ein bedeutsamer, wichtiger und zukunftsorientierter Arbeitgeber und beweise einmal mehr das Potenzial des Wirtschaftsstandortes. „Unser Name wird durch den europaweiten Vertrieb weit über die Landesgrenzen hinausgetragen – das erfüllt mich mit Stolz“, so der oberste Repräsentant der Meppener Bürger.

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