Initiative Tierwohl gestartet Bauern: Fleisch wird vier Cent pro Kilo teurer

Von Dirk Fisser


Osnabrück. Der Kilopreis für Schweine- und Geflügelfleisch wird in den kommenden Monaten nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) um vier Cent steigen. Hintergrund ist die jetzt gestartete Initiative Tierwohl, bei der Landwirte bessere Haltungsbedingungen für Tiere durch den Einzelhandel vergütet bekommen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied, der Handel habe damit begonnen, den Fonds zu bestücken, aus dem Bauern die Ausgleichszahlungen erhalten sollen. „ Ab April können die Landwirte dann ihre Teilnahme an der Initiative beantragen, um Mittel aus dem Fonds zu erhalten. Das heißt für den Verbraucher: Ab August liegt das erste Initiative-Tierwohl-Fleisch in der Ladentheke.“

200 Millionen Euro in drei Jahren

Nach Angaben des Bauernpräsidenten sind in den ersten drei Jahren 200 Millionen Euro für weitere Verbesserungen in der Schweinehaltung geplant. Das mache im Jahr 65 Millionen Euro, hinzu kämen weitere 20 Millionen Euro für die Geflügelhaltung, so Rukwied. Alle großen Handelsketten werden sich demnach an der Initiative beteiligen. Es wird davon ausgegangen, dass sie die Mehrkosten auf den Endpreis aufschlagen. Das Fleisch aus teilnehmenden Betrieben soll nicht speziell gekennzeichnet werden.

Rukwied gegen Tierschutzabgabe und Fleischkennzeichnung

Unterdessen sprach sich Rukwied gegen eine Tierschutzabgabe aus, wie sie zuletzt die CDU Niedersachsens ins Spiel gebracht hatte. Auch den Vorschlag von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) nicht nur bei Eiern, sondern auch bei Fleisch die Haltungsbedingungen der Tiere auf der Verpackung zu dokumentieren, lehnte Rukwied ab. „Es muss der Branche überlassen bleiben, mehr Tierwohl umzusetzen. Die Politik sollte sich heraushalten und uns selbst machen lassen.“ Wie ein Aufdruck auf der Verpackung im Stall fördern soll, könne er nicht erkennen.


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