FlixBus und MeinFernbus wollen Netze verbinden Fusion der Fernbus-Giganten

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Künftig unter einer Marke: Die Fernbus-Anbieter FlixBus und MeinFernbus haben eine Fusion angekündigt. Foto: dpaKünftig unter einer Marke: Die Fernbus-Anbieter FlixBus und MeinFernbus haben eine Fusion angekündigt. Foto: dpa

Osnabrück/Berlin. Die beiden größten Fernbus-Anbieter Deutschlands wollen künftig gemeinsame Sache machen: Marktführer MeinFernbus und FlixBus fusionieren und legen ihre Netze zusammen. Drei Viertel des Angebots im deutschen Fernbus-Verkehr kommen dann aus einer Hand.

In den nächsten Monaten wollen die beiden Anbieter ihre Netze für Fernbus-Fahrten in Deutschland zusammenlegen. Anschließend wollen sie europaweit auf Expansionskurs gehen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch. Auf bestehenden Linien sollen Takte verdichtet und neue Expressverbindungen geschaffen werden. Zu Namen und Sitz des fusionierten Unternehmens machten die bisherigen Rivalen noch keine Angaben. Details wollen sie am Freitag bekannt geben.

Marktführer MeinFernbus aus Berlin lässt aktuell 320 Busse auf 88 Linien fahren. Für FlixBus sind 240 Fahrzeuge auf 90 Routen unterwegs. MeinFernbus hat nach eigenen Angaben 2014 mehr als sieben Millionen Fahrgäste transportiert, FlixBus etwa die Hälfte.

Die jungen Unternehmen, die mit der Liberalisierung des deutschen Fernbus-Marktes vor zwei Jahren entstanden sind, sind jedoch nur für Fahrpläne, Netz, Werbung sowie den Verkauf von Tickets zuständig. Den Betrieb wickeln regionale Busunternehmer ab. Gleich mehrere stammen aus dem Nordwesten, etwa Höner Touristik aus Hasbergen bei Osnabrück sowie Strier Reisen aus Ibbenbüren. Auch sie sollen von der Fusion profitieren, meint FlixBus-Gründer André Schwämmlein: „Jetzt können unsere Mittelstandspartner mit- statt gegeneinander arbeiten“, sagte er.

Der junge Fernbus-Markt ist hart umkämpft. Bis 2013 durften Fernbusse innerhalb Deutschlands Fahrgäste nur nach Berlin und zurück befördern – eine alte Regelung zum Schutz der Bahn. Nach der Liberalisierung buhlten mehrere Anbieter in einem harten Preiskampf um Kunden. Erste Wettbewerber haben aufgegeben: Der Automobilclub ADAC hat sich aus dem gemeinsam mit der Deutschen Post betriebenen ADAC Postbus zurückgezogen. Im Herbst musste DeinBus Insolvenz anmelden – inzwischen ist ein neuer Investor gefunden. Und die britische Marktgröße city2city hatte sich Mitte Oktober komplett aus Deutschland zurückgezogen. Die Deutsche Bahn rechnet angesichts der neuen Konkurrenz zwar mit Einbußen von jährlich rund 100 Millionen Euro. Mit IC Bus und Berlinlinienbus kommt sie jedoch selber auf etwa zehn Prozent Marktanteil bei Fernbussen.

Hinter MeinFernbus steht unter anderem die US-Investmentgesellschaft General Atlantic. Zu den bisherigen Anteilseignern von FlixBus zählen unter anderem der Daimler-Konzern und Holtzbrinck Ventures, ein Beteiligungsunternehmen der Verlagsgruppe Holtzbrinck.

Hintergründe zum deutschen Fernbus-Markt auf unserer Themenseite Fernbus.


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