Röwer Sicherheits- und Gebäudetechnik Überwachen und abschrecken

Von Thomas Niemeyer

Alles im Blick: Georg Röwer, Geschäftsführer der Röwer Sicherheits- und Gebäudetechnik. Foto: Jörn MartensAlles im Blick: Georg Röwer, Geschäftsführer der Röwer Sicherheits- und Gebäudetechnik. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Im Stadion am Lotter Kreuz treffen zwei Sicherheitsaspekte aufeinander: das Ziel, eine unbewohnte Immobilie zu schützen, die beträchtliche Werte birgt – und die Sicherheit der Zuschauer, die sich hier vornehmlich zu den Heimspielen des Fußball-Regionalligisten Sportfreunde Lotte einfinden. Für Ersteres zeichnet die Firma Röwer Sicherheits- und Gebäudetechnik mit Sitz in Osnabrück verantwortlich.

Wiederholte Meldungen über Einbrüche und Sachbeschädigungen veranlassten Eigentümer Lothar Röwer 2007 dazu, dem Verein und der Gemeinde Lotte zur Probe Videokameras anzubieten. Sie sollten ungebetene Besucher abschrecken – und das funktionierte. Spätestens, nachdem ein Diebstahl innerhalb der A-Jugend des Vereins per Videobeweis aufgeklärt worden war, gab es keine Fälle dieser Art mehr in der Arena und ihrem Umfeld.

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga 2008 und den strengen Sicherheitsauflagen des Deutschen Fußballbunds (DFB) für die neue vierte Spielklasse sahen sich die Sportfreunde verpflichtet, auch die bis dahin im Bedarfsfall von der Polizei geleistete Videoüberwachung der drei Tribünen zu übernehmen. So baute Röwer sein System für das mittlerweile 7474 Besucher fassende Stadionoval aus und ergänzte es durch einen sogenannten Dome unter dem Dach der Haupttribüne. Die 360-Grad-Kamera liefert der Polizei hoch auflösende Bilder, die sie in Krisensituationen zur Steuerung der Sicherheitskräfte benötigt.

Das Lotter Stadion ist dennoch nur ein winziger Ausschnitt des Aktionsfeldes der Firma Röwer, die Otto Röwer 1947 als Elektrohandwerksbetrieb gründete. Erst 30 Jahre später fügte Sohn Lothar die Sicherheitstechnik hinzu. Unter den Referenzen für das heutige Komplettangebot zur Gebäudetechnik sind auf der Röwer-Homepage die Spedition Hellmann, Wessels & Müller, Auto Weller und OKE zu finden. Etliche Schulen und einige Banken zählen ebenfalls zu den Kunden.

Und die Nachfrage der Wirtschaft nach Sicherheitsdienstleistungen steigt, sagt Philip Buse. Der Geschäftsführer des Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland (VSWN) registriert einen wachsendes Schutzbedarf – auch in Branchen, in denen man es zunächst nicht erwarten würde: Hotels, Krankenhäuser und Pflegeheime etwa.

Georg Röwer, der das Osnabrücker Familienunternehmen mit inzwischen 110 Mitarbeitern in dritter Generation leitet, beziffert den Jahresumsatz auf „über zehn Millionen Euro“. Er sieht den Aktionsradius der Firma rund 200 Kilometer um Osnabrück. Für Bertelsmann in Gütersloh vernetzt er allerdings auch deren Niederlassungen in Tallinn und Istanbul mit dem hiesigen Sicherheitssystem.

Neben Firmen bleiben auch Privatkunden im Blick des 32-Jährigen. Alt- und Neubauten stattet Röwer mit Stromanlagen aus, aber auch mit Brandmeldern und dem jeweils gewünschten System aus Bewegungsmeldern, Kameras und Sirenen zur „Außenhautsicherung“. Im Fokus steht für ihn dabei immer die Abschreckung von Einbrechern.

Besonders stolz ist Röwer auf die selbst entwickelte Handy-App: „Mein Notruf“. Über eine Zentrale in Hannover wird der Hausbesitzer darüber informiert, dass daheim ein Fenster geöffnet wurde, und kann per Knopfdruck Hilfe anfordern. Gleiches gilt, wenn er selbst verunglückt. Bei Hilflosigkeit ortet ihn das GPS, und die Zentrale schickt Retter.

„Das geht alles grundsätzlich schon heute“, sagt Georg Röwer. „Aber das ist die Zukunft in der Sicherheitstechnik, allerdings erst, wenn das sogenannte Smart Home Standard ist. Ich schätze so in drei bis sechs Jahren.“