Berner Ladenbau aus Osnabrück Warenpräsentation wird zur Erlebniswelt

Von Siegfrid Sachse

Bäckereifilialen – hier von der Firma Bertermann in Minden – sind ein Schwerpunkt von Berner Ladenbau. Foto: Oliver StaackBäckereifilialen – hier von der Firma Bertermann in Minden – sind ein Schwerpunkt von Berner Ladenbau. Foto: Oliver Staack

Osnabrück. Märkte und Produkte, Geschmack und Kundenwünsche verändern sich ständig. Deshalb überrascht es auch nicht, dass sich im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte bei der Gestaltung von Ladenlokalen immer wieder neue Trends ergaben. Funktionale Einrichtungen bestimmten die 1950er-Jahre. Die Innenarchitektur der Siebzigerjahre brachte gewagte Form- und Farbspiele, zur Jahrtausendwende dominierten großzügige Lounge-Konzepte. Aus Orten nüchterner Warenpräsentation wurden vielschichtige Erlebniswelten.

Dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Die Herausforderungen der Branche heißen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Intelligente Baulogistik und Ressourcen schonende Warenpräsentation gewinnen an Bedeutung. Bei den Bemühungen, Märkte der Zukunft zu erschließen, mischt auch die Berner Ladenbau GmbH & Co. KG mit Stammsitz in Osnabrück erfolgreich mit.

Das Unternehmen, das 1913 als Möbeltischlerei gegründet wurde, stellt seine Innovationskraft immer wieder unter Beweis und hat sich national und international einen Namen gemacht. Ein Indiz dafür ist, dass Berner Ladenbau zu den Top drei der deutschen Bäckerei- und Frischeeinrichter gehört.

Laut René Riesner, der 90 Prozent der Geschäftsanteile besitzt und seit Januar 2007 Geschäftsführender Gesellschafter ist – die restlichen zehn Prozent hält Geschäftsführer Gerd Meurer –, konzentriert sich das Unternehmen auf die Bereiche Projekt, Architektur, Ladenbau und Service.

Das Unternehmen mit seinen fast 200 Mitarbeitern rechnet für 2014 mit einem Umsatzplus von etwa fünf Prozent auf knapp unter 30 Millionen Euro, für 2015 wird eine leichte Steigerung erwartet. Die Unternehmensstrategie lautet nach Ansicht von Riesner: Kein Wachstum um jeden Preis. Umsatzträger ist mit 80 Prozent der Bereich Bäckereien/Metzgereien, zunehmend an Bedeutung gewinnt die Sparte Gastronomie/Hotellerie. Nach Angaben von Riesner wird sich die Zahl der Bäckereien von aktuell 12 bis 13000 in einigen Jahren auf 8000 reduzieren, die Zahl der Filialen dürfte aber konstant bleiben.

Laut dem Firmenchef hat Berner Ladenbau Ambitionen, verstärkt in Supermärkten tätig zu werden. Seit zwei Jahren entwirft das Unternehmen ferner Sitzmöbel, die von Möbelfirmen produziert werden.

Die Aktivitäten von Berner Ladenbau konzentrieren sich zwar in erster Linie auf das Bundesgebiet, jedoch trägt das Ausland mit knapp 25 Prozent immer stärker zum Umsatz bei. Hier sieht Riesner Potenzial für die Zukunft. Das Augenmerk richtet sich auf Textilgeschäfte sowie den Gastronomie- und Hotelbereich. Auch in Osteuropa rechnet sich der Firmenchef Chancen aus: Ende 2013 wurde in Moskau eine Tochtergesellschaft gegründet.

Mit konkreten Aussagen zum Ertrag halten sich die Chefs zurück. Riesner bewertet das Ergebnis als zufriedenstellend. Man habe die Chance genutzt, den Gewinn für die Zukunftssicherung zu verwenden: Die Firma sei zukunftsfähig aufgestellt.

Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hebt hervor, dass das Unternehmen 2012 mit dem Osnabrücker Wirtschaftspreis der Wirtschaftsförderung (WFO) ausgezeichnet wurde. Damit stelle sich Berner Ladenbau in eine Reihe hervorragender Firmen. „Designer, Architekten, IT-Fachleute, Handwerker und Servicekräfte arbeiten gemeinsam daran, dass Läden, die in Osnabrück entwickelt und gebaut werden, in ganz Deutschland – aber auch international – ein gutes Bild abgeben“, sagte er.

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