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22.12.2014, 18:11 Uhr FLUGZEUGBAUER UNTER DRUCK

Der Airbus A350 muss ein Kassenschlager werden

Ein Kommentar von Christian Schaudwet


Airbus-Chef Fabrice Bregier muss den A350 zum Erfolgsprodukt machen. Die Absatzschwäche des Großraummodells A380 setzt ihn unter Druck. Foto: dpaAirbus-Chef Fabrice Bregier muss den A350 zum Erfolgsprodukt machen. Die Absatzschwäche des Großraummodells A380 setzt ihn unter Druck. Foto: dpa

Osnabrück. Flugzeughersteller Airbus schickt sein neues Modell A350 ins Rennen gegen den Rivalen Boeing. Für die Europäer geht es um viel. „Flop ist keine Option“, hätte wohl die einstige britische Premierministerin Margaret Thatcher gesagt.

Eine stolze Zahl: 778 Bestellungen hat Airbus für seinen A350 bisher in den Büchern. Das neue Modell mit dem leichteren Rumpf und den verbrauchsreduzierten Triebwerken hat das Zeug zum Kassenschlager.

Genau das muss der A350 auch werden, sonst droht dem deutsch-französischen Luftfahrtkonzern die vielleicht größte Krise seiner Geschichte. Ein Sorgenkind nämlich hat Airbus in seiner Zivilflugzeugpalette schon: Der kühn konzipierte Riesenflieger A380 bleibt weit hinter den Verkaufserwartungen zurück . Zu wenige Airlines wollen den weltgrößten Passagierjet haben. Airbus wird bald vor der Entscheidung stehen, den A380 für viel Geld zu überarbeiten oder seine Produktion einzustellen.

In beiden Fällen wäre ein weniger als rauschender Erfolg des A350 ein gefährlicher Rückschlag. Erstens, weil damit deutliche Konzernverluste ins Haus stünden. Zweitens, weil der amerikanische Rivale Boeing beim Auftragseingang für sein Konkurrenzmodell „Dreamliner“ 787 bereits beachtlich vorgelegt hat. Und drittens, weil Airbus – wie auch Boeing – absehbar nur im Segment der Langstreckenmaschinen die technologische Führung wird verteidigen können. Im Brot-und-Butter-Geschäft mit Regional- und Mittelstreckenflugzeugen sind Herausforderer wie Comac aus China und vor allem Embraer aus Brasilien dabei aufzuschließen.


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