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21.12.2014, 17:40 Uhr SICHERHEITSRISIKEN AM FLUGHAFEN FRANKFURT

Kontrolleure übersehen Waffen: Der Preis der Sicherheit

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Eine Sicherheitsschleuse des Flughafens in Frankfurt am Main. Hier müssten geschmuggelte Waffen eigentlich auffallen. Doch die EU-Prüfer stellten fest, dass dem nicht immer so ist. Foto: dpaEine Sicherheitsschleuse des Flughafens in Frankfurt am Main. Hier müssten geschmuggelte Waffen eigentlich auffallen. Doch die EU-Prüfer stellten fest, dass dem nicht immer so ist. Foto: dpa

Osnabrück. Bei jeder zweiten Kontrolle ist es EU-Prüfern gelungen, verbotene Waffen durch die Sicherheitsschleusen des Frankfurter Flughafens zu schmuggeln. Das zwingt die Betreibergesellschaft Fraport zum Handeln. Andernfalls könnten die Fluggäste wegbleiben.

Kontrollen an Flughäfen sind keine Kür, sondern Pflicht. Erschreckend, dass es EU-Prüfern dennoch gelang, an Deutschlands größtem Flughafen Waffen durch den Sicherheitsbereich zu schleusen . Eilig versucht sich Flughafenbetreiber Fraport in Schadensbegrenzung: Man schule nach, hieß es. Doch wie kann es überhaupt sein, dass Mitarbeiter, deren einzige Aufgabe es ist, Gepäck zu durchleuchten und zu checken, genau dies nicht können?

Sicherheit ist teuer. Seit 2001 gelten strengere Regeln, mehr Personal musste her. Zugleich stiegen in Frankfurt die Fluggastzahlen von 49 Millionen in 2001 auf knapp 58 Millionen in 2013. Um zu sparen, legt Fraport die Kontrollen auch in die Hände von Privatfirmen. Die wiederum sind leider nicht bekannt dafür, ihre Angestellten üppig zu entlohnen oder bestens zu behandeln. Was wiederum deren Motivation senkt.

Verliert der Flughafen aufgrund der Mängel seinen Schengen-Status, drohen Fluggästen nervige Doppelkontrollen. Um die Kunden nicht zu vergrätzen, muss Fraport also sicherstellen, dass die Subunternehmer ihre Mitarbeiter ausreichend schulen und vernünftige Arbeitsbedingungen schaffen.

Dass dadurch die Preise steigen könnten, taugt nicht als Gegenargument: Die Einführung der Flughafensteuer hat längst bewiesen, dass teurere Tickets auf Dauer nicht vom Fliegen abhalten – Sicherheitsmängel schon.


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