Unternehmen behauptet sich trotz hartem Wettbewerb Generationswechsel bei Foto Erhardt

Von Siegfrid Sachse

Bei Foto Erhardt übernimmt die junge Generation: Anabel, Birthe und Christian Erhardt. Foto: ErhardtBei Foto Erhardt übernimmt die junge Generation: Anabel, Birthe und Christian Erhardt. Foto: Erhardt

Westerkappeln. Bei der Foto Erhardt GmbH aus Westerkappeln ist der Generationswechsel in vollem Gange. Erste Weichen wurden im Mai gestellt, als Birthe Erhardt, Tochter des Geschäftsführenden Gesellschafters Norbert Erhardt, und Christian Erhardt, Sohn von Wolfgang Ehrhardt, in die Geschäftsführung des größten inhabergeführten Fotounternehmens Norddeutschlands eintraten.

Abgerundet wird die neu aufgestellte Führung durch Anabel Erhardt, ebenfalls Tochter des Firmenchefs. Sie ist als Prokuristin im Unternehmen tätig und wird künftig das Filialnetz betreuen. Damit wurde die Basis dafür geschaffen, dass das Unternehmen mit zwölf Filialen im Familienbesitz bleibt.

Der Generationswechsel findet zu einem Zeitpunkt statt, der durch knallharten Wettbewerb um die Gunst der Kunden gekennzeichnet ist. Allein in den vergangenen zehn Jahren musste in Deutschland jeder zweite Fotoladen aufgeben. Der Ausleseprozess ist noch nicht abgeschlossen. Nach Ansicht von Norbert Erhardt, der Mitte 2015 aus dem Unternehmen ausscheiden wird, gibt es inzwischen „reichlich Großstädte, in denen es keinen Fotoladen mehr gibt“.

In diesem Umfeld hat sich Foto Erhardt, nach eigenen Angaben in der Branche in Deutschland unter den Top fünf, bisher wacker geschlagen. Die Geschäftsführung ist zuversichtlich, dass man sich auch künftig im Wettbewerb mit großen Elektronik-Ketten wie Media-Markt oder Saturn behaupten wird. Birthe und Norbert Erhardt begründen ihren Optimismus mit ihrem Angebot rund um das Thema Fotografie sowie der fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sei ein Grundstein für den Unternehmenserfolg.

Darüber hinaus setzt die Geschäftsführung auf Kundenbindung. Workshops und Seminare rund um die Fotografie würden auf großes Interesse stoßen. Der Themenkreis ist breit gefächert. Von Einsteigerkursen für Kompaktkameras über Grundlagen der Spiegelreflex-Fotografie bis hin zum Portrait-Workshop wird viel Know-how vermittelt.

Einen hohen Stellenwert habe die Ausbildung junger Leute. Bei Foto-Erhardt werden ständig etwa 25 Nachwuchskräfte ausgebildet. „Wir sind der größte Fotoausbilder in Deutschland“, heißt es von der Geschäftsführung. Insgesamt beschäftigt Foto-Erhardt in den Filialen und am Stammsitz in Westerkappeln 120 Mitarbeiter. Gegründet wurde die Firma 1903 als Foto-Drogerie in Brandenburg/Havel durch Gotthilf Erhardt.

2013 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 26 Millionen Euro, für dieses Jahr wird mit einem Plus von etwa sieben Prozent gerechnet. Der Internetbereich trägt bereits 50 Prozent zum Umsatz bei – Tendenz weiter steigend, wobei allerdings die Zuwachsraten laut Geschäftsführung nicht mehr im zweistelligen prozentualen Bereich liegen werden. Photo-Erhardt schreibe nach wie vor schwarze Zahlen.

Zum eventuellen Ausbau des Filialnetzes hieß es, dass man dabei auch Standorte in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern im Auge hat. Bisher konzentrierte sich das Unternehmen vor allem auf Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen.

Laut Annette Große-Heitmeier, Bürgermeisterin der Gemeinde Westerkappeln, ist Foto-Erhardt ein wichtiges Unternehmen für die Region, da die Firma sowohl Arbeitgeber als auch ein Ausbildungsbetrieb sei. Dadurch würden Nachwuchskräfte vor Ort gehalten und dem Fachkräftemangel werde entgegengewirkt. Die Firmengeschichte von Foto-Erhardt zeige, dass Westerkappeln ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist, so die Bürgermeisterin.

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