Veolia stellt Weichen künftig allein Osnabrücker Stadtwerke steigen bei Nordwestbahn aus

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Osnabrück. Bei der Nordwestbahn (NWB) stellt künftig allein die Veolia Verkehr Regio GmbH (Berlin) die Weichen: Die Stadtwerke Osnabrück AG und die Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg ziehen sich zugunsten der Berliner Gesellschaft zurück.

Veolia verspricht, die NWB bleibe „ein in der Region fest verwurzeltes Unternehmen“ und ein verlässlicher Partner für Fahrgäste, Aufgabenträger und Geschäftspartner. „Auswirkungen auf die Arbeitsplätze oder den Firmenstandort Osnabrück hat diese rein unternehmerische Entscheidung nicht“, so ein Veolia-Sprecher auf Anfrage.

Die Veolia Verkehr Regio hat (Stand 2013) mehr als 5300 Beschäftigte und 45 Tochterunternehmen. Sie gehört zum börsennotierten französischen Transdev-Konzern und hält bereits jetzt 64 Prozent des Stammkapitals an der Nordwestbahn. Die Stadtwerke Osnabrück (26 Prozent) und der Oldenburger Teilhaber (10 Prozent) steigen zum Jahresende 2017 aus, wie in Osnabrück zu erfahren ist.

Bei Veolia in Berlin heißt es dazu, das Bundeskartellamt habe die Übernahme der Kontrolle bei der Nordwestbahn am 7. November 2014 zum Vollzug freigegeben. Zu welchem konkreten Zeitpunkt diese Maßnahme umgesetzt werde, lasse sich im Moment noch nicht sagen. „Die Verhandlungen dazu laufen.“

Die kommunalen Partner fahren ihr überregionales Eisenbahn-Engagement dem Vernehmen nach unter anderem aus vergaberechtlichen Gründen zurück. „Wir konzentrieren uns auf das kommunale Stammgeschäft“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Katja Diehl zu der Transaktion. Die Nordwestbahn sei immer größer geworden, habe mittlerweile 800 Mitarbeiter und müsse sich mit dem komplizierteren EU-Recht auseinandersetzen. Aus dem Tochterunternehmen sei „ein Geschwister“ geworden.

Christian Schreyer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Veolia Verkehr, erläutert: „Die NWB ist in den letzten Jahren sehr stark weit über die Landesgrenzen von Niedersachsen hinaus gewachsen, sodass eine einheitlichere Unternehmensstruktur und eine Bündelung von Abläufen und Kompetenzen klar von Vorteil sind.“

Schreyer verspricht, man wolle den Weiterbestand der Nordwestbahn unter dem Dach der Veolia-Verkehr-Gruppe „langfristig sichern“.

Auch die Stadtwerke Osnabrück betonen die regionale Verwurzelung der Nordwestbahn. Gerade erst habe sie wieder die Ausschreibung für das Weser-Ems-Netz gewonnen, betont Diehl. Nach ihren Worten ist im Betriebsführungsvertrag festgelegt, dass Mitarbeiter der Stadtwerke Aufgaben der Nordwestbahn übernehmen. Diese Regelung wird allerdings abgeschmolzen und läuft der Sprecherin zufolge Ende 2017 aus. Trotzdem muss offenbar niemand um seinen Job bangen. Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes hat laut Diehl gegenüber den betroffenen Mitarbeitern eine Arbeitsplatzgarantie abgegeben.

Über die Verkaufssumme macht auch Diehl keine Angaben. Zur wirtschaftlichen Situation im regionalen Nahverkehr sagt sie: „Da weht der Wind auch rauer“.

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