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26.11.2014, 20:50 Uhr VERORDNUNGEN ÜBERPRÜFEN

Aufatmen nach Urteil zur Sonntagsarbeit

Kommentar von Karsten Frei

Nun muss die Arbeit am Sonntag auch mal ruhen: Sonntagsarbeit soll laut Urteil des BVG die Ausnahme als die Regel bleiben. Foto: dpaNun muss die Arbeit am Sonntag auch mal ruhen: Sonntagsarbeit soll laut Urteil des BVG die Ausnahme als die Regel bleiben. Foto: dpa

Osnabrück. Arbeitnehmer können aufatmen: Sonntagsarbeit soll eher die Ausnahme als die Regel bleiben. Insbesondere Familien dürften die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig begrüßen, in welcher die hessischen Ausnahmeregelungen gekippt wurden.

Die Landesregierungen sollten jetzt schleunigst ihre sich teilweise bis aufs Wort ähnelnden Verordnungen einer kritischen Prüfung unterziehen, falls sie nicht auch bald vor den Richtertisch zitiert werden möchten.

Dass überhaupt erst Gerichte bemüht werden müssen, um der ständig zunehmenden Sonntagsarbeit Einhalt zu gebieten, ist beschämend. Hatte vor zehn Jahren nur jeder Fünfte am Wochenende gearbeitet, ist es heute bereits jeder Vierte. Weder Christ- noch Sozialdemokraten haben ihrem Namen im Kampf gegen diesen Trend Ehre gemacht.

So manchen Arbeitgeber wird die Leipziger Entscheidung ärgern. In Zeiten des globalen Wettbewerbs und der Konkurrenz des Internets ist das auch nachvollziehbar. Doch darf der Sonntag nicht vollständig angeblichen ökonomischen Zwängen geopfert werden. Denn es ist der einzige Tag, an dem viele Familien Zeit gemeinsam verbringen können. Ihnen ist nicht damit geholfen, wenn der Vater am Dienstag, die Mutter am Donnerstag und die schulpflichtigen Kinder am Sonntag freihaben. Vom Ehrenamt, Vereinsleben und den Kirchen ganz zu schweigen.


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