Ein Bild von Dirk Fisser
25.11.2014, 17:59 Uhr NACH GESCHEITERTER

Insolvenz der Rindersparte von Gausepohl: Das Ende?

Kommentar von Dirk Fisser

Gausepohl am Stammsitz in Dissen. Foto: Gert WestdörpGausepohl am Stammsitz in Dissen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Rindersparte von Gausepohl hat Insolvenz angemeldet. Das Ende des Unternehmens mit Sitz in Dissen? Wohl kaum.

Der Insolvenzantrag der Rindersparte von Gausepohl ist der Höhepunkt einer Serie von Negativschlagzeilen, die der Betrieb aus dem Osnabrücker Land in den vergangenen Jahren produziert hat.

Wo anfangen? Vielleicht bei den Hygienemängeln, die fast zur Schließung des Schlachthofes in Dissen führten. Oder dem Stopp der Schlachtung mangels Aufträgen. Oder der Trennung von den teils seit Jahrzehnten fest angestellten Schlachtern. Die Zahlungsunfähigkeit wirkt wie die logische Schlussfolgerung aus dieser Chronologie. Doch ist jetzt das Ende eines Unternehmens gekommen, dessen Gewinne die Familie Gausepohl in die Spitzenränge der reichsten Niedersachsen katapultierte? Wohl kaum.

Rindfleisch lohnendes Investment

Rindfleisch lohnt sich. Das zeigt das Interesse des Schweinefleisch-Barons Tönnies an der Branche. Nutzt er nun die Chance und kauft Gausepohl günstig aus der Insolvenz heraus, nachdem er zuvor Verkaufsverhandlungen – von ihm als Rettung bezeichnet – platzen ließ? Oder greift einer der Konkurrenten wie Vion oder Westfleisch zu, die Tönnies beim Umsatz abgehängt hat?

Der Rindfleischmarkt ist ein strategisches Investment: Es werden für 2015 global rückläufige Produktionszahlen auf deutlich unter 60 Millionen Tonnen bei zugleich steigender Nachfrage erwartet. Wer auch immer Gausepohl übernimmt, würde ein Zeichen in Sachen Vormachtstellung in Deutschland setzen und seine Ausgangslage für einen Riesenmarkt verbessern.


Der Artikel zum Kommentar