Familienunternehmen aus Dersum Emsländer Hero-Glas sind Experten für Spezialglas

Von Siegfrid Sachse

Glas für ein außergewöhnliches Projekt: die neue Markthalle in Rotterdam. Grafik: Hero-GlasGlas für ein außergewöhnliches Projekt: die neue Markthalle in Rotterdam. Grafik: Hero-Glas

Dersum. Glas gilt als einer der ältesten Werkstoffe der Menschen. Heute ist es ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Auch in der Architektur: Dort kommen immer mehr großflächige Glasfassaden zum Einsatz. Zu den Unternehmen, die sich in der Branche durch Innovationen einen Namen machten, zählt die Unternehmensgruppe Hero-Glas aus Dersum im Emsland.

Das 1970 von Hermann Ross gegründete Unternehmen baute eine Produktpalette auf, die der Firmengruppe im In- und Ausland viele Auftraggeber bescherte. Gemeinsam mit dem Bruder Heinrich Ross wurde ein Firmenimperium geschaffen, das sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt.

Die Referenzliste von Hero-Glas ist beachtlich. Dazu zählen Immobilien wie die Einkaufsmeile MyZeil in Frankfurt, die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart und das Maritim-Hotel in Düsseldorf. Spezialgläser werden für Museen, Kreuzfahrtschiffe und Megajachten geliefert. Hero-Glas gilt zudem als Deutschlands größter unabhängiger Anbieter für Brandschutz- und gebogene Gläser.

Enorme Ausmaße

Zu den jüngsten Objekten zählt die größte Markthalle Europas in Rotterdam. Das Objekt in Form eines Triumphbogens hat enorme Ausmaße: 120 Meter lang, 70 Meter breit und 40 Meter hoch. In dem Bogen sind auch 228 Wohnungen untergebracht. Hero-Glas lieferte mehr als 11000 Quadratmeter Glas für Fassaden, Fenster und den Innenbereich. Für die Außenfassade wurde ein Isolierglas mit kombinierten Funktionen aus Sonnen- und Wärmeschutz eingesetzt.

Auf Expansionskurs

Aktuell befinden sich die Emsländer, die europaweit als einer der führenden Glasverarbeiter gelten, weiter auf Expansionskurs. „Wir sind in allen Produktbereichen gut unterwegs“, sagt Heinrich Ross, der für 2014 mit einem Gruppenumsatz von 46 (2013: 44) Millionen Euro rechnet. Hauptumsatzträger sind dabei die Bereiche Isolier- und Brandschutzglas.

Knapp 40 Prozent des Umsatzes werden im Export erzielt, wobei der Schwerpunkt auf den Benelux-Ländern, Skandinavien, Österreich und der Schweiz liegt. Aber auch aus Neuseeland, Australien, Italien und Spanien kommen Aufträge.

Die Unternehmensgruppe ist zu gut 60 Prozent von der Bauwirtschaft abhängig. Obwohl diese Branche nicht gerade auf Rosen gebettet ist, beurteilt die Geschäftsführung hier die Perspektiven recht optimistisch. Wegen des derzeit günstigen Zinsniveaus werden im Wohnungsbau Wachstumsmöglichkeiten gesehen. Potenzial für den weiteren Expansionskurs sieht die Führungsspitze im Bereich des Sicherheitsglases und beim Brandschutz. Produziert wird ausschließlich in Dersum. In der Gruppe werden mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Nächste Generation rückt nach

Die Weichen für den Erhalt des Familienunternehmens wurden gestellt: Mit Heinz-Hermann Ross, dem Sohn des Firmengründers, rückte die nachfolgende Generation in die Geschäftsführung auf. Zur Führungscrew gehören ferner Silvia Vescio und Silke Ross, die Töchter von Heinrich und Hermann Ross.

Nach Ansicht von Hermann Wocken, Bürgermeister der Samtgemeinde Dörpen, gehört die Hero-Gruppe zu den prägenden Unternehmen der Region. Die Firma biete zukunftssichere Arbeitsplätze und habe sich durch ihre Innovationskraft einen Namen gemacht.

Ähnlich Hermann Coßmann, Bürgermeister der Gemeinde Dersum: Hero-Glas sei für Unternehmen in der Umgebung ein nicht unbedeutender Auftraggeber. Auch trage die Firma mit vielen Ausbildungsplätzen dazu bei, dass junge Leute später einen sicheren Job in ihrer Heimat finden können.

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