Ein Bild von Alexander Klay
24.11.2014, 17:09 Uhr FILIALEN DER YI-KO-HOLDING ZU

Enormer Imageschaden für Burger King

Ein Kommentar von Alexander Klay


Burger King hätte viel früher handeln müssen, um das Geschäft der unbescholtenen Partner nicht zu gefährden, meint unser Kommentator. Foto: dpaBurger King hätte viel früher handeln müssen, um das Geschäft der unbescholtenen Partner nicht zu gefährden, meint unser Kommentator. Foto: dpa

Osnabrück. Nach der fristlosen Kündigung des Franchise-Vertrages bleiben die 89 Burger-King-Filialen des Restaurantbetreibers Yi-Ko vorerst geschlossen. Das ist nur konsequent, merkt unser Kommentator an. Doch Burger King hätte viel früher handeln müssen, um das Geschäft der unbescholtenen Partner nicht zu gefährden.

Keine Frage: Mit der Kündigung der Verträge des skandalträchtigen Filialbetreibers, der Yi-Ko-Holding, hat Burger King konsequent auf anhaltende Missstände reagiert. Dass dessen Restaurants jetzt schließen müssen, ist nüchtern betrachtet die logische Folge. Dennoch muss sich Burger King einiges vorwerfen lassen. Die deutsche Dachorganisation hat viel zu spät reagiert.

Die Vorfälle bei dem umstrittenen Konzessionär waren programmiert. Vor nicht einmal zwei Jahren hat der Konzern seine eigenen Filialen in die Hände der Yi-Ko-Holding übergeben. Burger King gab damit das unternehmerische Risiko ab und kassierte fortan nur noch Lizenzgebühren.

Schon nach kurzer Zeit kochte die Empörung hoch. Fast alle Missstände, die jetzt zum Eklat führten, traten damals auf. Vor diesem Hintergrund ist es überaus problematisch, dass Burger King nun alle Verantwortung auf seinen gescheiterten Partner abwälzt.

Und dieser Fall hat eine zweite Dimension: Weil Burger King die Vorwürfe über Monate ausgesessen hat, wurden unbescholtene Filialbetreiber in Sippenhaft genommen. Welcher Kunde wusste schon, welche 89 der 700 Restaurants zur Yi-Ko-Holding gehören? Die skandalösen Vorgänge, die im kompromisslosen Profitstreben des US-Konzerns ihre Wurzeln haben, waren geschäftsschädigend und haben Arbeitsplätze gefährdet. Jetzt wird es für Burger King eine teure Aufgabe, den enormen Imageschaden wiedergutzumachen.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN