Ein Bild von Alexander Klay
21.11.2014, 18:17 Uhr VW-INVESTITIONSPLAN BIS 2019

Wo bleibt das Signal für Volkswagen in Osnabrück?

Kommentar von Alexander Klay

Im Investitionsplan des Volkswagen-Konzerns sind wenig konkrete Aussagen zur Zukunft des Werks Osnabrück enthalten, bemängelt unser Kommentator. Foto: Michael HehmannIm Investitionsplan des Volkswagen-Konzerns sind wenig konkrete Aussagen zur Zukunft des Werks Osnabrück enthalten, bemängelt unser Kommentator. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hat am Freitag im Aufsichstrat des Konzerns den Investitionsplan bis in das Jahr 2019 vorgelegt. Darin sind wenig konkrete Aussagen zur Zukunft des Werks Osnabrück enthalten, bemängelt unser Kommentator. Dabei wären positive Signale zurzeit dringend nötig.

Mehr als die Hälfte der Investitionen plant der Volkswagen-Konzern in seinen 28 Werken in Deutschland. Das ist ein klares Bekenntnis zum Industriestandort und prinzipiell ein gutes Signal für Zigtausende Mitarbeiter in Emden und Osnabrück.

Doch zu Details äußert sich der Konzern wie üblich nicht. Und das lässt Fragen aufkommen. Welchen Stellenwert nimmt der Standort Osnabrück im Investitionsplan ein? Die 2000 Mitarbeiter plagen sich derzeit mit Schließungstagen, weil offenbar nicht genug Arbeit da ist. Sie erwarten ein Signal, wie es weitergeht.

Fakt ist: Die bisherige Produktpalette lastet das Werk nicht ansatzweise aus. Zudem sind die Modelle veraltet (Golf Cabriolet) oder werden abgezogen (Porsche Boxster/Cayman). Auch die Investitionen über 25 Millionen Euro für die Endmontage des Porsche Cayenne bedeuten nur ein Gastspiel. Ab 2017 soll der Nobel-Wagen im slowakischen Bratislava vom Band rollen.

Damit das Werk nicht in ein tiefes Loch fällt, müssen spätestens Mitte 2015 die Weichen gestellt werden. Volkswagen täte gut daran, demnächst mit einer positiven Nachricht aufzuwarten.

Davon gibt es am traditionellen Industriestandort Osnabrück derzeit viel zu wenige: Erst am Donnerstag verkündete der Kupferverarbeiter KME die Entlassung von 350 Mitarbeitern, beim Cabrioverdeck-Produzenten Valmet Automotive stehen bald 200 Menschen auf der Straße. Ein positives Signal von VW wäre für die Stadt ein Hoffnungsschimmer.


Der Artikel zum Kommentar