Offenbar zu hoher Kaufpreis Fleischkonzern Tönnies sagt Gausepohl-Übernahme ab

Von Alexander Klay

Der Gausepohl-Schlachthof in Dissen: Eine Übernahme durch den Tönnies-Konzern ist geplatzt. Foto: Gert WestdörpDer Gausepohl-Schlachthof in Dissen: Eine Übernahme durch den Tönnies-Konzern ist geplatzt. Foto: Gert Westdörp

Dissen. Die geplante Übernahme der Rindfleisch-Sparte des Dissener Schlachtbetriebs Gausepohl durch die Tönnies-Gruppe ist gescheitert. Das sei das Ergebnis der Verhandlungen und einer eingehenden Prüfung der Betriebe, teilte Tönnies am Freitag mit.

Mit der Übernahme wollte Tönnies seine Stellung im Rindfleischmarkt deutlich ausbauen. Gausepohl steht unter hartem Wettbewerbsdruck und hatte zuletzt mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr hatte der Schlachtbetrieb Kurzarbeit angemeldet. Tönnies-Verhandlungsführer Frank Duffe: „Wir haben intensiv an einer Rettung gearbeitet. Aber es haben sich im Laufe der Gespräche zunehmend Hemmnisse gezeigt, die uns letztlich dazu gebracht haben, die Übernahme nicht zu realisieren.“ Gausepohl war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

Zu hoher Kaufpreis?

Einem Bericht des Branchenblatts „Lebensmittelzeitung“ zufolge sei der Plan an einem zu hohen Kaufpreis gescheitert. Nach Informationen unserer Redaktion ist dies jedoch nicht ausschlaggebend gewesen. Die Unternehmensgruppe Gausepohl betreibt zwei Rindfleisch-Schlachthöfe in Dissen und Bakum bei Vechta.

Im Fall einer Übernahme hätte Tönnies mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück (Ostwestfalen-Lippe) nach eigener Darstellung das Geschäft von Gausepohl sichern wollen, um die „wesentlichen Lieferantenbeziehungen“ zu erhalten und die Produktion ohne Unterbrechung weiterzuführen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Tönnies einen Großteil des Gesamtumsatzes von 5,6 Milliarden Euro mit Schweinefleisch. Marktführer bei Rindern ist mit Abstand Vion. 2013 schlachtete das Unternehmen etwa 890.000 Tiere. Tönnies wäre nach der Übernahme auf 660.000 Schlachtungen jährlich gekommen.

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