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21.11.2014, 05:34 Uhr ENTLASSUNG VON 350 MITARBEITERN

Schwarzer Tag für Mitarbeiter von KME

Kommentar von Alexander Klay

Beim Kupferverarbeiter KME werden bis Mitte 2015 gut 350 Stellen gestrichen. Foto: Michael GründelBeim Kupferverarbeiter KME werden bis Mitte 2015 gut 350 Stellen gestrichen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Beim Kupferverarbeiter KME werden bis Mitte 2015 gut 350 Stellen gestrichen. Das Osnabrücker Traditionsunternehmen muss jetzt dringend an seiner Auslastung arbeiten, merkt unser Kommentator an – und sich unbequemen Fragen stellen:

Den Mitarbeitern des Osnabrücker Traditionsunternehmens KME wird dieser Donnerstag als schwarzer Tag in Erinnerung bleiben. Mehr als jede sechste Stelle wird bei dem Kupferverarbeiter gestrichen, eine ganze Abteilung geschlossen und ins Sauerland verlagert. Wen es außerhalb dieser Sparte treffen wird, ist noch nicht bekannt – das wird vielen die bevorstehende Weihnachtszeit vermiesen.

Der Schock über die drastischen Einschnitte sitzt tief. Zumal KME in diesem Jahr der zweite Industriebetrieb in Osnabrück ist, der die Belegschaft zusammenstreicht. Zusammen mit 200 Entlassungen beim Cabrioverdeck-Produzenten Valmet Automotive ist das Jahr 2014 ein harter Rückschlag für den Wirtschaftsstandort.

Die Geschäftsführung des Kupferverarbeiters muss jetzt viel Vertrauensarbeit leisten, um die Mitarbeiter bei Laune zu halten. KME sollte alles daransetzen, die Auslastung der verbleibenden Sparten von derzeit gut 60 Prozent deutlich zu steigern.

Schwer wiegen da die Vorwürfe der Gewerkschaft IG Metall: Konnte KME tatsächlich nicht immer ausreichend Material herbeischaffen, um Aufträge abzuarbeiten? Fehlt dem Unternehmen Liquidität? Sollten diese vom Osnabrücker Gewerkschaftschef Peter Spiekermann geäußerten Anschuldigungen zutreffen, hätte KME ein viel größeres Problem als nur eine unrentable Kupferrohr-Fertigung. Dann wären weit mehr als 350 Arbeitsplätze akut gefährdet.


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