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19.11.2014, 18:04 Uhr GETRENNTE VERHANDLUNGEN AM FREITAG

Tarifkonflikt der Bahn: Zeit für Inhalte

Kommentar von Constantin Binder

Hoffnungsschimmer am Horizont? Am Freitag will die Bahn getrennt mit EVG und GDL verhandeln. Foto: dpaHoffnungsschimmer am Horizont? Am Freitag will die Bahn getrennt mit EVG und GDL verhandeln. Foto: dpa

Weil sie gemeinsam nicht können, verhandeln die beiden Gewerkschaften EVG und GDL jetzt getrennt mit der Bahn. Dazu ein Kommentar:

Wer angesichts des Spitzentreffens der Deutschen Bahn mit den Gewerkschaften EVG und GDL auf Entspannung im Tarifkonflikt gesetzt hatte, musste schnell erkennen: Der Zug ist abgefahren. Zu weit liegen die Positionen der Tarifparteien auseinander, zu verfestigt ist die Lage. Immerhin: Am Freitag will die Bahn weiterverhandeln – mit beiden Gewerkschaften getrennt. Was aber bleibt ihr anderes übrig? Zu schwer wiegt das Risiko weiterer Streiks, mit denen zuletzt auch die EVG drohte.

Unnachgiebig hält jede Tarifpartei an ihrem Kernziel fest. Knackpunkt ist nach wie vor die Frage, ob die GDL als Lokführergewerkschaft auch für die Zugbegleiter verhandeln darf – was zur Folge haben könnte, dass für diese Berufsgruppe zwei Tarifverträge gelten. Das wollen Bahn und EVG vermeiden – doch wer mag glauben, dass es ihnen dabei allein um Solidarität und Gleichbehandlung geht?

Es spricht weit mehr dafür, dass Bahn und EVG den Einfluss der GDL klein halten wollen. Solange der Streit sich aber allein um Machtfragen dreht, ist nichts gewonnen – höchste Zeit also, wieder über Löhne und Arbeitszeiten zu reden. Und warum soll es nicht zwei getrennte Tarifverträge geben, die aber ähnlichen Inhalt haben? Am Freitag gibt es für die Beteiligten gleich zwei Gelegenheiten, sich darüber zu einigen.


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