Brennstoffzellen-Auto kommt 2015 Toyota setzt auf „Zukunft“

So sieht er die Zukunft: Toyota-Vorstandschef Akio Toyoda mit dem Brennstoffzellen-Auto.Foto: dpaSo sieht er die Zukunft: Toyota-Vorstandschef Akio Toyoda mit dem Brennstoffzellen-Auto.Foto: dpa

Tokio/Osnabrück. Der weltgrößte Autobauer Toyota hat seinem für 2015 mit Spannung erwarteten Brennstoffzellenauto den Namen „Mirai“ (Zukunft) gegeben. Der umweltfreundliche Wagen stelle einen „Wendepunkt“ in der Automobilgeschichte dar, sagte Konzernchef Akio Toyoda am Montag in einer Videobotschaft.

Die viertürige Limousine könne mit einer einzigen Tankfüllung rund 500 Kilometer weit fahren und in weniger als fünf Minuten aufgetankt werden, sagte Toyoda am Vortag des offiziellen Startschusses für das Fahrzeug. Das Auto stoße lediglich Wasserdampf aus. Als Kraftstoff dient Wasserstoff, der aus verschiedenen Materialien – selbst aus Abfall – gewonnen werden kann. „Wir haben von Fahrzeugen geträumt, die unsere Abhängigkeit vom Öl verringern und die Umweltbelastung reduzieren. Es war ein mutiges, aber zugleich inspirierendes Ziel. Und heute ist es Realität“, so Toyoda.

Toyota hatte im Juni angekündigt, das Brennstoffzellenauto ab dem kommenden Frühjahr zunächst in Japan zum Preis von rund sieben Millionen Yen (umgerechnet 48000 Euro) anzubieten.

Damit wird das Auto deutlich günstiger sein als anfangs erwartet. Auf diese Weise hoffen die bereits mit Hybrid-Antrieben erfolgreichen Japaner, die neuartige Antriebstechnik zu verbreiten und den Markt anzuführen. Im Sommer 2015 soll das Fahrzeug dann auch in den USA und Europa auf den Markt kommen. In Deutschland gehe Toyota mit einer limitierten Serienproduktion von einigen Hundert Fahrzeugen an den Start, hieß es bei Toyota Deutschland.

Seit mehr als 20 Jahren forscht Toyota an der Brennstoffzellentechnik.Das Antriebsystem besteht aus Hochdruck-Wasserstofftanks und sogenannten Brennstoffzellen-Stacks, die bei der chemischen Reaktion von Wasser- und Sauerstoff Elektrizität produzieren, die Autos fahren wie Elektroautos. Stück für Stück tasten sich auch andere Autobauer an die Brennstoffzelle heran. Daimler schickte 2010 in einem ersten Testlauf 200 Exemplare seiner B-Klasse mit Wasserstoff-Antrieb auf die Straße, unter anderem zu einer „Weltumrundung“. Zusammen mit Nissan und Ford arbeiten die Stuttgarter an der weiteren Entwicklung und wollen von 2017 an im größeren Stil loslegen.

VW zeigt auf der Automesse in Los Angeles, die am Freitag beginnt, einen Prototyp des Passat mit Brennstoffzellenantrieb. Eine Serienfertigung sei aber derzeit nicht geplant, sagte ein Sprecher. VW wolle zeigen, dass man die Technik beherrscht.

BMW arbeitet Hand in Hand mit Toyota – und dürften mit Technologie-Unterstützung der Japaner etwa 2020 ein Modell mit Brennstoffzelle auf die Straße bringen.

Die VW-Tochter Audi zeigt in Los Angeles den Prototyp eines Audi A7 mit Brennstoffzellenantrieb. Es fehle aber noch eine Wasserstoff-Infrastruktur, um ein Auto in Serie auf den Markt zu bringen, sagte ein Sprecher.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors entwickelt zusammen mit Honda einen Brennstoffzellen-Antrieb. Die Technik sei frühestens im Jahr 2020 serienreif, sagte ein Opel-Sprecher.

Der südkoreanische Hersteller Hyundai will bis 2015 auf 1000 Exemplare seines Kompakt-SUV ix35 mit Wasserstoff-Antrieb kommen. Honda plant ebenso wie Toyota für 2015 ein Serienmodell mit Brennstoffzelle.

Wasserstoff ist im Gegensatz etwa zu Öl oder Gas ein Rohstoff von unbegrenzter Menge. Es ist das auf der Erde am häufigsten vorkommende Element. Die chemische Industrie ist der größte Erzeuger von Wasserstoff. Dort wird er als Nebenprodukt hergestellt. Nach Angaben des Technologiekonzernes Linde könnten damit allein in Deutschland 750000 Fahrzeuge betrieben werden. Derzeit gibt es in Deutschland rund

Linde und Daimler starten derzeit zusammen mit Mineralölfirmen wie Total , OMV oder Avia ein Programm, die Zahl der Wasserstofftankstellen iim Inland von derzeit 15 deutlich auszubauen. Die beiden federführenden Unternehmen investieren dabei jeweils rund 10 Millionen Euro in jeweils zehn Tankstellen. Bis Ende kommenden Jahres sollen 15 weitere Stationen dazukommen, bis 2023 sollen es rund 400 sein. (mit dpa